Zero 2 Infinity: Ballonfahrt im All

Ballonfahrten ins All werden für Touristen Realität

Foto: Twitter/Culture Trip

Ballonfahrt 2.0: Zero 2 Infinity ermöglicht Touristen einen ungewöhnlichen Flug ins All – zumindest fast. Wer das nötige Kleingeld aufbringt, kann schon innerhalb der nächsten zwei Jahre abheben.

Ganze 30 erfolgreiche Testflüge mit Prototypen sind dem Tech-Unternehmen geglückt. Es wird nicht mehr lange dauern, bis tatsächlich auch Touristen in die Stratosphäre geschickt werden können. Damit hat Zero 2 Infinity etwas geschafft, woran die Konkurrenz bislang noch scheitert.

CEO Mariano Lopez-Urdiales weiß, dass es goldrichtig war, bei der kommerziellen Raumfahrt, auf Ballons zu setzen. „Du hast nicht die Explosionsgefahren, die mit Raketen einhergehen“, erklärte er der französischen Presseagentur AFP bei einem Event in Dubai. Zudem mache die verhältnismäßig niedrige Geschwindigkeit, mit der sich der Ballon bewegt, die Reise angenehmer und sicherer. „Wir lösen das Problem des Weltraumeintritts auf eine völlig neue Weise. Wir benutzen günstige, saubere Stratosphärenballons, um die Atmosphäre zu verlassen – eine Technologie, die gut erforscht und ausgereift ist. Von hier an sind die Möglichkeiten endlos.“

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Wie läuft der Trip ab?

Je vier Weltraumtouristen und zwei Piloten sollen in einer runden Kapsel sitzen, die an einem riesigen Ballon hängt und über Stunden in den Himmel aufsteigt – die finale Höhe ist bei rund 40 Kilometern erreicht. Der Weltraum beginnt offiziell zwar erst in 100 Kilometern, trotzdem ist das verdammt hoch.

Zum Vergleich: Passagierflugzeuge sind in einer Flughöhe von 10 bis maximal 15 Kilometern unterwegs.

Die Sache mit dem Ballon kommt dir irgendwie bekannt vor? Ganz ähnlich ist Felix Baumgartner seinen legendären Stratosphärensprung angegangen. Im Gegensatz zu ihm bleiben die Weltraumtouristen aber in der Kapsel sitzen.

© Youtube // Red Bull

Nervenaufreibend dürfte der Weg nach unten trotzdem werden. Nachdem die Passagiere rund zwei Stunden die Aussicht genießen konnten, geht es abwärts – und zwar im freien Fall. Die Kapsel koppelt sich vom Ballon ab und die Insassen erleben für einige Sekunden wie „kräftig“ die Schwerkraft wirklich ist, ehe sich ein gigantischer Fallschirm öffnet, der den Sturz abbremst. Der Weg zur Erde soll etwa eine halbe Stunde dauern, für eine geschmeidige Landung sorgt eine Art Airbag, der unter der Kapsel befestigt ist. Insgesamt sind ungefähr sechs Stunden für die gesamte Tour angesetzt. 

Als Startpunkt für die Ballonfahrten steht momentan Dubai hoch im Kurs. „Wir glauben, dass der Start von Satelliten und Weltraumflügen dem Ort viel Wohlstand und Prestige bringen wird“, meint Lopez-Urdiales.

Der große Haken an der Sache: Die Ballonfahrt soll pro Person 110.000 Euro kosten. Ins All kommt vorerst also nur, wer superreich ist oder verdammt lange gespart hat. 

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11 2016 The Red Bulletin

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