Bureo baut Skateboards aus Fischernetzen und rettet die Welt

Skaten für die Zukunft - Wie „Bureo“ das Meer sauberer macht

Foto: Instagram/Bureo

Plastikmüll verschmutzt die Meere und bedroht die darin beheimateten Lebewesen. Dabei könnte man den Abfall nutzen, etwa für Skateboards.

Glasklares Wasser und bunte Meereslandschaften sind an vielen Orten nur noch Postkartenmotive. In unseren Ozeanen türmt sich der Plastikmüll und bedroht Fische, Pflanzen und Wasserqualität. Rund zehn Prozent dieses Mülls sind alte Fischernetze, weil die Seeleute sie lieber im Meer zurücklassen, anstatt sie zu entsorgen und dafür eine entsprechende Gebühr zu bezahlen. 

„Diese Netze sind dafür gemacht zu fangen. Und wenn sie herrenlos herumtreiben, fangen sie immer weiter“, erklärt David Stover, der dieses Problem jahrelang vor der chilenischen Küste beobachtete. 

Gemeinsam mit seinen Kumpels Ben Kneppers und Kevin Ahearn suchte er nach einer Lösung des Problems, bis dem Trio der Einfall kam: „Die richtige Idee war ständig unter unseren Füßen!“

Das war 2014. Seither sammelt „Bureo“ - das in der indigenen Sprache Mapudungun „Wellen“ bedeutet - Fischernetze und machte daraus über 5.000 Skateboards.

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Die Netze kaufen sie direkt von den Fischern, pressen sie zu Plastikpellets und formen sie zu Boards. So recycelt das Team mittlerweile 200 Tonnen Abfall im Jahr.

„Wir wollten von Anfang an nicht nur die Sichtweise der Fischer verändern, sondern auch die der Konsumenten. Wir wollten ihnen zeigen, dass es Nutzen für diesen Müll gibt und er als Rohstoff verwendet werden kann“, sagt Ahearn.

© Youtube // Red Bull Amaphiko

Diesen Gedanken versucht das Team auch weiterzugeben, wenn es mit dem Board als Anschauungsmaterial an Schulen aufschlägt. „Es sind die schönsten Reaktionen, wenn Kinder dich erstaunt fragen: ‚Was, dieses Board ist aus so einem Netz gemacht?‘ Es ist cool für uns, mit den Kids auf diesem Level zu arbeiten und die nächste Generation zu inspirieren“, freu sich Ahearn. „Es soll ihnen zeigen, dass es Alternativen dazu gibt, wie wir die Dinge bisher machen. Wir wollen sie anspornen, anders zu denken.“

Im Moment steht Chile im Fokus des Trios, denn es gibt noch viel zu tun.

„Wir haben die Chance, einen wirklich großen Impact zu erzeugen“, weiß Ahearn. „Zu Beginn waren wir etwas ganz Neues, die Fischer fanden uns einfach lustig. Aber jetzt sind wir an dem Punkt, das Programm in den nächsten drei Jahren national auszubauen und allen drei- bis viertausend Fischerbooten diese Möglichkeit anzubieten.“

Und wenn ganz Chile vom Netz-Skateboard erobert ist, sollen die Weltmeere folgen. „Solange wir es in diesem Ausmaß betreiben können, sehen wir keinen Grund damit aufzuhören“, gibt sich Stover kämpferisch.

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