Fahrerlose Fahrzeuge

Wenn die Maschinen übernehmen: Diese Fahrzeuge kommen ohne Menschen aus

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U-Bahnen, Busse, Pkw, Lkw – in fast allen erdenklichen Fahrzeugen könnte der Chauffeur bald ausgedient haben.

Ein bisschen unheimlich ist der Gedanke schon, dass sich viele Transportmittel in naher Zukunft ohne Chauffeur fortbewegen sollen. Doch die technische Entwicklung ist so weit fortgeschritten, dass schon heute längst nicht mehr alle Gefährte menschliche Hilfe benötigen.

Wer braucht schon einen Busfahrer?

Ein Blick nach Frankreich reicht, um die erste reguläre, führerlose Busverbindung der Welt bestaunen zu können. In Lyon nahm vor Kurzem ein elektrischer Shuttle den Betrieb auf, der die Fahrgäste im Stadtteil Confluence über fünf Stationen zehn Minuten in beide Richtungen transportiert. Noch sehr vorsichtig mit maximal 20 km/h unterwegs, fassen die Busse höchstens 15 Passagiere. Stereokameras im oberen und unteren Front- und Heckscheibenbereich nehmen Ampeln und Verkehrszeichen wahr. GPS und Radartechnologie sind ebenfalls mit an Bord. So können die Busse zentimetergenau fahren. Fahr-, Lenk- und Bremsvorgänge steuert eine Software der französischen Firma Navya

Für den Testzeitraum von einem Jahr ist jedoch ein Busfahrer mit an Bord, der zur Not eingreifen kann. Später sollen nur noch zwei Nothaltknöpfe im Fahrgastraum Unvorhersehbares verhindern. Auch in der Schweizer Stadt Sitten fahren übrigens die Busse seit 2016 im Testbetrieb.

U-Bahnen längst führerlos unterwegs

Fahrerlose U-Bahn

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Einen Schritt weiter sind da die U-Bahnen. Auf der ganzen Welt fahren diese auf bestimmten Strecken schon führerlos. In Paris, Lausanne, Kopenhagen, London, Nürnberg oder Budapest sind einzelne Linien autonom unterwegs. Frankreich ist in Europa auch auf diesem Gebiet Vorreiter, schon rund 25 Prozent aller U-Bahnen sind selbstfahrend. Die Pariser Linie 14 verkehrt seit 1998 ohne Fahrer. Die Asiaten sind noch weiter, vor allem Japan, Südkorea und Dubai haben die Technologie für sich entdeckt.

Bei dem System werden die Züge und die Fahrtstrecke mit automatischer, funkbasierter Zugsteuerung und Sicherung ausgestattet und kommunizieren auf diese Weise mit einer Leitzentrale. Ein fester Sicherheits- und Bremspuffer zwischen den Zügen wird automatisch eingehalten. Züge und Bahnsteige werden zudem mit Kameras überwacht.

Das Königsprojekt: ein selbstfahrendes Auto

Pixabay

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Derzeit laufen weltweit Tests mit selbstfahrenden Autos, doch die heutigen Versionen sind noch zu anfällig für Unfälle. Während es vollautomatische Assistenzsysteme bereits in die Standardausstattungen vieler Pkws geschafft haben, liegt vor der kompletten Autonomie eines Neuwagens noch ein weiter Weg. E-Auto-Anbieter Tesla hat allerdings schon 2015 eine Software auf den Markt gebracht, die autonomes Fahren ermöglicht. Damit wechselt das Auto die Spur selbstständig, wenn der Blinker aktiviert wird. Beim Einparken sucht die Software allein nach einer passenden Parklücke. Bald sollen Tesla-Autos dann auch ohne fremde Hilfe in die Garage fahren können. Eine neue Version des Autopiloten soll noch in diesem Jahr verfügbar sein.

Doch auch damit gilt: Der Autopilot unterstützt den Fahrer bei der Fahrt, ersetzt ihn aber nicht. Noch nicht.

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09 2016 The Red Bulletin

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