Erfolgsstory Movember

Movember - eine kleine Idee, die vieles und viele bewegt

Foto: Facebook/Movember Foundation - Austria

2003 machten sich zwei Männer ernsthaft Gedanken über Gesundheit. Und machten dann einfach mal. 13 Jahre später ist daraus eine risige Bewegung entstanden, die Leben rettet.

Wenn sich Männer optisch in Pornostars der 80er Jahre verwandeln und Burt Reynolds oder „Magnum“ Tom Selleck zu ihrem großen Vorbild werden, dann muss November sein. Mittlerweile dürften es auch den blanksten Babyfaces gelungen sein, ihr „Movember“-Statement in Form eines halbwegs sichtbaren Schnurrbartes zu setzen.

So mancher weiß aber gar nicht, welch ernster Hintergrund dem alljährlich zelebrierten Retrotrend innewohnt, der von den USA längst auch nach Europa übergeschwappt ist.

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Ihren Ursprung hat die „Movember“-Bewegung in Australien, wo 2003 zwei Freunde – Travis Garone und Luke Slattery – bei dem einen oder anderen Bierchen darüber diskutierten, wie man Männer dazu bringen könnte, über ihre Gesundheit zu sprechen. Das Resultat: Die Movember Foundation. Eine globale Organisation, die seither weit über 700 Millionen Euro sammeln und in mehr als 1200 Gesundheitsprogramme für Männer in 21 Ländern investieren konnte.

© Youtube // Movember Foundation

Movember

- „Movember“ setzt sich aus den Wörtern „moustache“ (Engl. für Schnurrbart) und „November“ zusammen.

- Mit dem Tragen von Schnurrbärten sollen Aufmerksamkeit für Männerkrankheiten und andere gesundheitliche Probleme geschaffen sowie Spenden gesammelt werden.

- Wer sich auf der Movember-Website registriert, startet am 1. November glattrasiert und lässt seinen Schnurrbart bis Ende des Monats wachsen. Während dieser Zeit können Freunde und Bekannte des Teilnehmers in dessen Namen Geld an Movember spenden. Es können auch Teams gebildet werden.

„Wenn wir allgemein über Männer-Gesundheit sprechen, ist der Schnurrbart ein Eisbrecher“, meint Mark Hedstrom, Movembers Senior Vice President of Global Operations. Und ein Bewusstsein für Gesundheit zu entwickeln beginnt mit der Diskussion darüber. Etwas, das lange Zeit kein Thema unter Männern war – und einige früher als notwendig aus dem Leben riss.

Nicht nur physische Krankheiten wie Prostata- oder Hodenkrebs sind ein großes Problem, dem sich Movember annimmt. Wenn man bedenkt, dass statistisch weltweit jede Minute ein Mann Suizid begeht, sind psychische Erkrankungen ebenso problematisch.

A month for moustaches and men's health

You see more and more of these goofy moustaches sprout up on men's faces every November, and it's not just because your neighborhood is getting really hip.

„Einer von vier Amerikanern leidet an Ängsten, Depressionen oder anderen Formen mentaler Probleme. Jeder hat eine persönliche Verbindung dazu“, sagt Hedstrom. „Aber betrachtet man die Sozialisation, sind es Männer nicht gewohnt, über ihre Probleme zu sprechen.“ 

Movember versucht eine Umgebung zu schaffen, in der sich Männer wohlfühlen und losgelöst von belastenden äußeren Faktoren über ihr Gesundheit sprechen können.

„Wir arbeiten daran, den Barbershop zu einem Ort der Konversation über Männer-Gesundheit zu machen“, erklärt Hedstrom. „Die Realität ist, es ist sehr schwer, Männer dazu zu bringen, irgendwo hinzugehen. Die Hilfestellung muss dort sein, wo sie ihre Zeit verbringen und sich mit einer intimen Debatte wohlfühlen.“

Was die Movember-Bewegung in den vielen Jahren geschafft hat, ist, Männern einen Konversations-Starter zu geben – einen Weg, die Diskussion über solche Dinge zu beginnen. Auch wenn Schnurrbärte anfangs peinlich aussehen mögen.

„Es ist ein großes Thema unter Männern. Sie wollen diese Konversation“, sagt Hedstrom. „Ich bin zuversichtlich, dass Männer sich in die richtige Richtung bewegen.“

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