Mit Körperbewegung das Smartphone laden

So lädst du deinen Smartphone-Akku durch Bewegung

Foto: HandEnergy

„HandEnergy“ ermöglicht dir, völlig unabhängig Strom für deine smarten Geräte zu erzeugen. Und die Energie-Kugel ist nicht das einzige Gadget, das deine Bewegung in Strom umwandelt.

Du hast dich für mehrere Tage zum Campen in die Wildnis begeben oder wanderst durch die Berge, da macht deine Smartphonebatterie schlapp. Die nächste Steckdose ist kilometerweit entfernt. Eine echte Hilfe wäre jetzt ein tragbarer Akku mit unbegrenzter Energie. Und den soll es bald geben.

Ein 19 Jahre alter Tüftler hat ein Gerät entwickelt, welches durch Bewegung saubere Energie erzeugt. Mit dieser Energie soll es möglich sein, etwa dein Smartphone oder deine Action-Cam aufzuladen.

Das „HandEnergy“-Projekt

Der Taschengenerator namens „HandEnergy“ ist nicht mehr als ein kleiner Ball. Diesen nimmst du in die Hand und drehst ihn kontinuierlich, dadurch produziert er Strom. Die Idee dafür kam Erfinder Michael Vaga im August 2014. Nach ersten Experimenten tüftelte er Ende 2015 am ersten Prototyp, im November 2016 startete er eine Kampagne auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Mit Erfolg: Im Januar hatte er knapp 100.000 US-Dollar gesammelt, weit mehr als das anvisierte Ziel. Im Mai sollen die ersten Kunden ihr Exemplar erhalten.

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Wie funktioniert die Kugel?

Michael Vaga erfand HandEnergy

Michael Vaga hat seine Erfindung auf Schiene gebracht.

© HandEnergy

Durch eine kreisende Bewegung deiner Hand aktivierst du ein Gyroskop, also einen rotierenden Kreisel in einem beweglichen Lager. Mit jeder Handumdrehung nimmt die Geschwindigkeit des magnetischen Rotors zu. Sein durchschnittliches Tempo beträgt 5.000 rpm. Die mechanische Energie, die durch die Bewegung erzeugt wird, wird dann in elektrische Energie umgewandelt und in den eingebauten Batterien gespeichert.

Per USB-Kabel verbinden

An dem Gerät befindet sich auch ein 5V 1A USB-Output. Von dort gelangt der Strom aus der Kugel über das Ladekabel in Smartphone, GoPro, Tablet, Lautsprecher, Taschenlampe oder eBook-Reader. Um die Batterien des Gadgets vollständig zu laden, musst du die HandEnergy-Kugel zwischen 40 und 60 Minuten rotieren lassen. 

Eine passende App zeigt dir an, wie voll der Akku geladen ist oder wie fleißig du das Gerät nutzt. Auch Spiele gegen Freunde sollen möglich sein. Der Preis des umweltfreundlichen Ladegerätes liegt bei 99 Dollar

Nicht alles ist Gold, was glänzt

HandEnergy: Mit Handbewegung Strom erzeugen

Die kreisenden Handbewegungen erzeugen die „HandEnergy“.

© HandEnergy

Klingt in der Theorie super, doch klappt es auch in der Praxis? Ähnliches versprach auch ein Gerät namens „Ampy Move“: Beim Joggen sollten hier zwei Induktionsspulen durch vertikale Bewegungen Spannung erzeugen, die wiederum ein interner Akku speichert. Damit wäre dann ruckzuck das Smartphone aufgeladen. Doch in der Praxis lief das Ganze offenbar nicht wie geplant. Etliche Nutzer beschwerten sich unter anderem per Rezension auf Amazon, dass das Konzept absolut nicht funktionieren würde. 

Wearables als neue Energiequelle?

Nichtsdestotrotz sind Wearables natürlich bestens für ein solches Bewegung-zu-Energie-Konzept geeignet. Bisher dienen sie vorrangig dazu, den Gesundheitszustand zu überprüfen oder das eigene Training zu verbessern. Am Georgia Institute of Technology haben Forscher jüngst einen Stoff entwickelt, der sowohl aus Sonneneinstrahlung als auch Bewegung Energie zieht. Ähnliches gelang Kollegen an der finnischen Universität in Oulu. Dort haben Wissenschaftler ein 3in1-Material hergestellt, welches Energie aus Sonnenlicht, Wärme und Bewegung extrahiert.

Weitere Konzepte am Horizont

Selbst fleißige Smartphone- und Tabletnutzer laden womöglich bald ihr Gerät mit ihren Fingerbewegungen auf. Wissenschaftler der Pennsylvania State University haben kürzlich ein Konzept präsentiert, bei dem langsame Bewegungen – wie das Wischen über ein Smartphone – die benutzten Apparate gleich mit Strom versorgen sollen.

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03 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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