Warum Norwegen den größten Schiffstunnel der Welt baut

Das wird einzigartig: Warum Norwegen den größten Schiffstunnel der Welt baut

Foto: Flickr/Norwegian Coastal Administration

Ambitioniertes Projekt in Skandinavien: Bald erlebst du dort womöglich eine ganz besondere Bootsfahrt im größten Schiffstunnel seiner Art.

Die schwierigste und gefährlichste Schiffsroute Norwegens führt einmal um die Stad-Halbinsel. An mehr als 100 Tagen im Jahr kommt es an dieser Küste zu heftigen Stürmen. Die Unterwassertopographie, der peitschende Wind und die starke Strömung erzeugen unvorhersehbare Navigationsbedingungen.

Daher plant die norwegische Küstenadministration (NCA), einen fast zwei Kilometer langen Tunnel durch einen 300 Meter hohen Berg nahe der Gemeinde Stad zu bohren. Schiffe sollen direkt durch die Halbinsel geleitet werden und dadurch wesentlich sicherer und schneller zur anderen Seite reisen.

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Sichere Alternative für gefährliche Route

„Das grundlegende Ziel ist es, eine sicherere Alternative zu schaffen, um die gefährlichen Wasser rund um die Stad-Halbinsel und die Wartezeit für Schiffe bei rauem Seegang zu umgehen“, erklärte Terje Andreassen, Projektleiter der Küstenadministration, in einem Interview mit „New Atlas“.

Die Gefahren und Risiken für Passagiere, Besatzung und Fracht sollen durch den Bau des größten Schiffstunnels seiner Art gebannt werden. Dieser wird in solchen Dimensionen errichtet, dass riesige Frachter und die Küstendampfschiffe der traditionellen norwegischen Postschifflinie Hurtigruten sicher auf die andere Seite der Halbinsel gelangen.

In Norwegen entsteht ein riesiger Schiffstunnel

Nach den Plänen der NCA wird der Stad-Schiffstunnel 1,7 Kilometer lang, 49 Meter hoch und 36 Meter breit sein. 70 bis 120 Schiffe könnten täglich den Tunnel durchqueren. Die Fahrtrichtung wechselt laut Andreassen im stündlichen Rhythmus.

Tunnel soll auch als Touristenattraktion dienen

„In solch einer empfindlichen Landschaft muss der Tunnel mehr sein als nur ein brutaler Eingriff in die Natur. Wir haben viel Arbeit investiert, um ihn ästhetisch ansprechend zu gestalten“, sagte Andreassen dem norwegischen Sender NRK.

Der Mega-Schiffstunnel in Stad

Die Architektur und Designfirma Snøhetta hat Designs der Tunneleingänge vorgestellt, welche aufwendig geformte Öffnungen und LED-Beleuchtungen an der Decke beinhalten. 

Doch natürlich profitiert auch die örtliche Fischindustrie von dem Tunnel. „Er wird riesige Auswirkungen darauf haben.

In diesem Gebiet wird viel Fisch transportiert und das Stad-Meer ist ein Hindernis für den Transport sowohl von lebenden Fischen aus Fischfarmen als auch gefangenen Fischen. Das Projekt wird den Transport von Waren vorhersehbarer machen“, so Andreassen.

Ein Schiffstunnel durch eine Halbinsel - das ist der Plan in Stad

Tunnel öffnet frühestens im Jahr 2023

Aktuell läuft eine Machbarkeitsstudie zu dem Projekt. Nach einer weiteren Qualitätskontrolle muss die Regierung über dessen Zukunft entscheiden.

Gibt sie grünes Licht, wird 2019 mit dem mehr als 219 Millionen Euro teuren Bau begonnen. Vier Jahre später könnten Touristen dann erstmals durch den gigantischen Schiffstunnel fahren. 

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04 2017 The Red Bulletin Innovator

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