Larissa Bast vom Organisationsforum Wirtschaftskongress

Larissa Bast: „Nehmt den Wandel an und macht etwas daraus“

Interview: Christoph Kristandl
Foto: OFW

Larissa Bast will Menschen dazu anregen, selbst die Zukunft mitzugestalten. Ihr Appell: Nutze die Chancen, die eine sich rasant verändernde Welt mit sich bringt.

Wer etwas verändern will, kann nicht früh genug damit beginnen. Das dachten sich 1984 auch vier Studenten der Universität zu Köln, als sie sich entschlossen, ein Projekt zu initiieren, das sich komplexer Herausforderungen und visionärer Ideen annimmt und gleichzeitig Expertisen mit praktischen Erfahrungen kombiniert. Das Ergebnis – das Organisationsforum Wirtschaftskongress (OFW) – versteht sich auch als Schule für zukünftige Entrepreneure und organisiert seit 1987 jährlich den World Business Dialogue, die weltweit größte von Studenten veranstaltete Business-Konferenz.

„Unser Ziel ist es, eine Plattform zu bieten, um heutige und zukünftige Herausforderungen abzubilden“, erklärt Larissa Bast, heute Geschäftsführerin des OFW, vor dem 20. World Business Dialogue, der unter dem Motto „Facing Change“ steht. „Wir wollen Menschen aus verschiedenen Generationen und Branchen zusammenführen und sie inspirieren, aktiv etwas zu verändern – sozusagen selbst zum Game Changer zu werden.“

© Facebook // World Business Dialogue

„Früher brauchten große Veränderungen vielleicht noch ein Jahrzehnt, um sich wirklich durchzusetzen, aber heute sehen wir jedes Quartal so viele Neuerungen, dass es einfach notwendig ist, sich mit diesen Veränderungen aktiv auseinanderzusetzen. Darauf wollen wir aufmerksam machen“, meint Bast und verrät uns im Gespräch, welches Thema sie bei der Konfrontation mit dem Wandel als besonders wichtig erachtet und welcher Game Changer sie am meisten beeinflusst.

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THE RED BULLETIN INNOVATOR: Mit welchen Veränderungen müssen wir uns in den nächsten Jahren besonders beschäftigen?

LARISSA BAST: Der Wandel zieht sich eigentlich durch beinahe alle Branchen und wird durch den rasanten Fortschritt der Technologie ebenso befeuert wie vom nahezu unlimitierten Zugang der Menschen zu Daten. Permanent tauchen neue Ideen und Trends auf. Wenn ich mich aber auf ein Thema festlegen müsste, bei dem ich wirklich enormes Potenzial sehe und das mich auch persönlich fasziniert, ist das mit Sicherheit das Thema „Künstliche Intelligenz“.

Worin liegt der große Reiz dieses Themas?

Die damit verbundene Frage ist, was passiert, wenn wir den Punkt erreichen, an dem Maschinen die intellektuellen Fähigkeiten von Menschen übertreffen? Das ist auch ein Thema, mit dem wir uns auf dem 20. World Business Dialogue beschäftigen. Ich glaube, dass künstliche Intelligenz das Leben in vielerlei Hinsicht vereinfachen wird, denn das ist ja auch das Ziel dieser Entwicklungen, aber es wirft natürlich auch Fragen auf. Wo ist die Grenze? Wollen wir denn wirklich, dass Maschinen intelligenter werden als wir? Ich glaube, teilweise ist für uns heute unvorstellbar, was in Zukunft noch alles passieren könnte. Man denke etwa an die Versuche, digitale Unsterblichkeit zu erlangen. Das ist total faszinierend aber auch erschreckend.

Das ist ein schmaler Grat. Kann man da eigentlich positiv in die Zukunft blicken oder sollte man sich eher fürchten?

Der Gedanke, künstliche Intelligenz werde irgendwann die Weltherrschaft an sich reißen, kommt aus Science-Fiction-Filmen. Ich denke, man kann wirklich offen an das Thema herantreten, um sich aktiv mit diesen Entwicklungen und aufkommenden Fragen zu beschäftigen. 

Willst du etwas verändern und selbst aktiv werden?

Ab dem 1. April 2017 kannst du wieder Teil des OFW und damit eines großen, kreativen Netzwerks werden. 

Die Infos dazu findest du hier.

Einige Game Changer versuchen genau das. Welcher von ihnen beeinflusst dich persönlich am meisten?

Ich bin sicher nicht die einzige, die Elon Musk antwortet, aber ich habe seine Biografie verschlungen. Er macht genau das, was man tun muss, um ein Game Changer zu sein: Er hat eine Vision, kreiert daraus ein funktionierendes Geschäftsmodell und ist auch bereit dafür zu kämpfen. Was ich großartig finde, ist dieser Weltverbesserungsgedanke, der darin steckt. Er denkt nicht nur an das Business, sondern will auch die Zukunft mitgestalten. Und man sieht an seinem Beispiel, wie erfolgreich man damit sein kann.

Siehst du deine eigene Zukunft in einer ähnlichen Richtung?

Ich persönlich möchte in einem interessanten Umfeld arbeiten, in dem ich aktiv etwas verändern kann. Das würde ich auch jedem empfehlen, der sich in die Richtung Wirtschaft orientiert: Nehmt Entwicklungen wahr, die sich gerade ergeben und macht etwas daraus. Schaut auch beim Studium über den Tellerrand hinaus und erweitert euren Horizont. Die Diskussionen, Vorträge und Kontakte auf dem World Business Dialogue sind dafür eine sehr gute Möglichkeit.

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02 2017 THE RED BULLETIN INNOVATOR

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