How to: Wie du dich nie verirrst

6 Tipps, wie du dich nie verirrst

Text: Mark Thomas

Du weißt nicht wohin du gehen sollst? Diese 6 Tipps zeigen dir den Weg. Mit ihnen wirst du  dich nie wieder verirren. 

Klar, GPS und Navis sind super, aber: ohne Akku? Wenn du also in der Wildnis bist, dann vergiss Google. Und denk an Gooley. An Tristan Gooley, Abenteurer und Autor von „Der natürliche Kompass“

Von der Berechenbarkeit modernen Reisens gelangweilt, lernte er von den Inuit, Tuareg und Dayak, Borneos indigenem Volk, sich bei der Navigation auf die Natur zu verlassen. „Die Natur“, sagt Gooley. „ist mir heute ein Wegweiser.“ Seither führte er ­Expeditionen auf fünf Kontinenten und überflog und durchsegelte solo den Atlantik. 

Sein Know-how bringt dich nicht nur sicher zurück, es zeigt dir auch den Weg zu dir selbst: „Wenn mich auf einem Marsch Sterne, Bäume und Tiere leiten, erlebe ich denselben Nervenkitzel wie als Knirps im Schlauchboot.“

1 Lerne zuerst zu sehen …

„Unser Gehirn registriert zuerst Bewegungen, weil sie Gefahren oder Chancen bedeuten. Erst dann ­erkennen wir Formen und Farben. Dieses Verhalten lässt sich aushebeln. Wenn du von links nach rechts blickst, schaltet dein Gehirn auf Autopilot, das haben wir vom Lesen. Wenn du ­jedoch von rechts nach links blickst, wirst du aufmerksamer – die Augen senden Signale auf andere Weise ans Gehirn, damit es besser aufpasst.“

2 … und dann höre auf zu sehen

„Zum Bestimmen der Windrichtung schließt du die Augen und drehst den Kopf so lange, bis du den Wind gleichmäßig auf beiden Seiten der Nase spürst. Lass deine Augen geschlossen und fahr mit einem Karateschlag durch den Wind – die Hand sollte sich beidseitig kalt anfühlen. Öffne deine Augen – der Wind kommt aus jener Richtung, in die deine Hand zeigt. Wetterumschwünge werden dich jetzt nicht mehr überraschen.“

© Tristan Gooley // Youtube

3 Beobachte Pflanzen

„Beobachte die Vegetation an feuchten Plätzen und an trockenen. So kannst du anderswo an der Flora erkennen, ob das ein feuchter oder trockener Platz ist – auch wenn er das im Moment nicht sein sollte. So kannst du eine Art Feuchtigkeitskarte erstellen. Und noch ein Tipp: Bäume wachsen waagrechter auf der Südseite eines Hügels und senkrechter auf der Nordseite.“

4 Achte auf die Elemente

„Die Tuareg-Nomaden zeigten mir: Wenn Wind über Sand weht, entstehen ungleichförmige Rippelmarken – auf der windzugewandten Seite sind sie flach, auf der windabgewandten tief. Dasselbe Spiel am Strand: Bei ungleichmäßigen Rippeln fließt Wasser von der flachen zur tiefen Stelle, aber nicht zurück. Ungleichmäßige Rippel mit flacher Oberfläche deuten auf Tidengewässer hin, gleichmäßige Rippel sind ein Zeichen von Wellenbrechern. Willst du ins Wasser, achte nächstes Mal darauf. Noch ein Tipp: Wenn an einer Stelle das Wasser nur rausströmt, solltest du dort nicht schwimmen – es handelt sich oft um eine gefährliche Rippströmung.“

Tristan Gooley (@NaturalNav) | Twitter

The latest Tweets from Tristan Gooley (@NaturalNav). Natural Navigator. Author & broadcaster Learn how to find your way with nature at:. United Kingdom

5 Erkenne Gefahr am Wellengang

„Die Reflexion der Abendsonne im Wasser trägt Information in sich: je breiter, desto höher die Wellen. Die Reflexion ist oft ungleichmäßig, an diesen Stellen herrscht rauer Seegang oder stärkerer Wind. Dasselbe Prinzip gilt übrigens auch bei Mondschein auf hoher See oder bei einer Straßenlaterne an einem Dorfteich.“

6 Meide nächtliche Expeditionen

„Die Tuareg sind nie nachts unterwegs. Den Grund dafür zeigten sie mir auf einem Spaziergang, als sie mich nach dem Rückweg fragten. Ich wusste nicht weiter, obwohl ich die Grundregeln befolgte. Ich wusste um die Himmelsrichtungen. Mir war klar, dass wir 20 Minuten lang in eine ­Richtung und 20 weitere nach Westen liefen – aber der Mondschein verändert die Landschaft dramatisch. Der Mond muss sich nur um 15 Grad verschieben, und schon ist die Wüste ein anderer Ort.“

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09 2016 The Red Bulletin

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