Havasupai Reservat

Atemberaubender Ausflug: Wandern im Havasupai-Reservat

Foto: Getty Images

Das Havasupai-Reservat gehört seit Jahren zu den besten Empfehlungen, was Ausflüge in Arizona angeht. Die Wanderung im und durch den Canyon verdient nur ein Prädikat: atemberaubend.

Auch wenn der Havasu Canyon zum Grand Canyon Nationalpark zählt: Es ist nicht der Nationalpark-Service, der sich um dieses faszinierende Fleckchen Erde kümmert, das wie eine wahrgewordene Szenerie aus einem Karl-May-Roman anmutet. Die Havasupai-Indianer verwalten ihr Reservat – und eine Landschaft, die ihresgleichen sucht.

Das Gebiet mitsamt dem Dorf Supai liegt in einem Seitencanyon des Grand Canyon. Keine Chance, bequem im Auto dorthin zu cruisen. Wer nicht zu Fuß oder mit Hilfe von Pferden und Maultieren unterwegs sein will, muss sich den Luxus eines Helikopterflugs leisten. Eine Wanderung ist allerdings schon für sich ein Abenteuer – eins, für das Anstrengung nötig ist.

Tourstart auf dem Hualapai Hilltop

Hualapai Hilltop

© Flickr/Jon Roig

Am Ende der Indian Road 18, 109 Kilometer nördlich der Route 66 und hoch oben am Rand des Canyons, befindet sich der Hualapai Hilltop. Dabei handelt es sich um nichts anderes als einen Parkplatz, auf dem jede Tour in das Reservat beginnt. Von hier aus muss grundsätzlich alles ins rund 13 Kilometer entfernte Dorf transportiert werden. Handelt es sich um größere Güter oder Gegenstände, geschieht das per Helikopter, sonstige Waren werden von Pferden nach Supai gebracht.

Means of transportation in Supai

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Anfallende Kosten

Den Besuch Supais und der Wasserfälle an einem Tag zu erledigen, wird nicht empfohlen. Deshalb muss man sich rechtzeitig um eine Übernachtungsmöglichkeit kümmern.

Hier gibt es zwei Varianten: entweder im Zelt auf dem Campingplatz oder in der Lodge. Beides sollte lange genug vorab klargemacht werden, kurzfristige Buchungen sind vor allem im Fall der Lodge so gut wie unmöglich. Die günstigste Trip-Variante ist eine Wanderung zu Fuß, bei der du selbst deine Ausrüstung transportierst, und eine anschließende Übernachtung auf dem Campingplatz.

Dabei entstehen folgende Kosten:

  • Eintritt in den Canyon – 31 Euro
  • Umwelt-Gebühr – 3 Euro
  • Campingübernachtung pro Person und Nacht – 15 Euro 

Eine Übernachtung in der Lodge kostet knapp 130 Euro für einen Raum mit bis zu vier Personen. Auf sämtliche Gebühren werden 10 Prozent Steuern aufgeschlagen. 

Hike in den Canyon

The art of existing. #havasupai

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Die Indianer empfehlen, für einen Abstieg zu Fuß kurz nach Sonnenaufgang vom Parkplatz aus aufzubrechen. Insofern wird es zumeist nötig sein, auf dem Parkplatz zu übernachten. Einen Campingplatz gibt es dort nicht, auf dem Boden oder im Auto sind vor Ort die einzigen Alternativen. Für den ziemlich steinigen Weg ist eine gute Grundfitness gefragt, auch Hiking-Sticks sind bei vollem Gepäck zu empfehlen. 

Achtung: Bis zum Dorf gibt es kein Wasser, decke dich also mit ausreichend Vorräten ein. Nach ziemlich steilen Serpentinen geht es im Canyon weiter und der Weg wird immer enger. Nach rund 11 Kilometern ist der Havasu Canyon erreicht. Spätestens hier wird dir die Einzigartigkeit dieser Location bewusst: Der Havasu Creek hat aus der Steinlandschaft eine grüne Oase gemacht. Nach zwei weiteren Kilometern bist du in Supai. Hier meldest du dich an und erhältst dein Permit, zudem bietet das Dorf einen kleinen Supermarkt, eine Post, ein kleines Restaurant und den Hubschrauberlandeplatz.

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Zwei Wasserfälle und Campingplatz

Spent the last 4 days in HEAVEN #havasupaiadventures

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Bis zum Campingplatz sind es weitere 3 Kilometer hinunter Richtung Colorado River. Nach der Hälfte der Strecke entschädigen die Navajo Falls für die bisherigen Anstrengungen. Der 22 Meter hohe Wasserfall verfügt über einen Pool, in dem es sich exzellent schwimmen lässt – frisch ist gar kein Ausdruck. Es dauert nicht lange und es folgen die Havasu Falls und der Campingplatz. Der Havasu misst stolze 30 Meter und bildet einen Pool aus türkisgrünem Wasser - paradiesische Zustände.

Sunset over Havasu Falls. #havasupai #havasufalls

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Auf dem Campingplatz existieren eine Pferdekoppel und die Campground Ranger Station, die auch nachts mit einem Indianer besetzt ist. Achte auf dein Permit, der Ranger kontrolliert hier regelmäßig.

Weiteres Wasserfall-Juwel und Rückweg

Rund anderthalb Kilometer weit führt ein steiler, abenteuerlicher Trail hinab Richtung Fluss zum beeindruckendsten und schönsten der Wasserfälle. Das Schmuckstück heißt Mooney Falls und ist beachtliche 60 Meter hoch. Rund 21 Grad Celsius hat das Wasser hier so gut wie immer. Wer es sich unter diesen Umständen nicht gutgehen lassen kann, sollte nachdenklich werden.

Mooney Falls

© Flickr/Jon Roig

Willst du bis zum Colorado River wandern, solltest du Zeit mitbringen und mit mehr Übernachtungen rechnen. Denn: Weitere 11 Kilometer, also eine ganz Tagestour, braucht es bis zum River von den Mooneys aus. Wenn du schließlich zurück zum Parkplatz am Hualapai Hilltop startest, solltest du früh aufstehen. Wer erst Richtung Nachmittag aufbricht, dem sei eine Stirnlampe oder Taschenlampe empfohlen, um auf die einbrechende Dunkelheit vorbereitet zu sein.

Aber: Die Indianer raten davon ab, den Trail nachts zu gehen.  

Entlang des Havasu Creek sind dabei vier wunderschöne Wasserfälle entstanden, die nun das Ziel der Touristen im Canyon sind. Ohne den ständig wasserführenden Havasu Creek, der eine konstante Wassertemperatur von um die 21 Grad hat, wäre dieser Canyon nur ein weiterer ausgetrockneter, unbewohnter Seitencanyon im Grand Canyon, dem man keine Beachtung schenken würde.

In diesem Sinne: Happy Hiking!

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08 2016 The Red Bulletin

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