Fitness-Blog: Macht Crossfit Chris fit?

Macht Crossfit Chris fit?
Fitness-Blog, Woche 1

Text und Schmerzen: Christian Eberle
Foto oben: Crosszone

Kann man in wenigen Wochen wirklich in Form kommen? Wir wagen den Selbsttest. Unser Proband: Christian, das Ziel: fit in 8 Wochen, das Mittel: CrossFit. Sei dabei und erfahre, wozu der menschliche Körper wirklich im Stande ist … oder auch nicht.

Fitness-Blog: Macht Crossfit Chris fit?


Hallo, mein Name ist Christian, ich bin 31 Jahre alt und ich möchte mich gerne verändern. Was wie die Begrüßung in einer Selbsthilfegruppe klingt, ist für mich leider die Realität.

Mit etwas Verspätung habe ich festgestellt, dass ich nicht mehr so jung bin, wie ich immer geglaubt habe. Das heißt, mein Körper reagiert anders als noch etwa mit 20. Und das heißt, die Tage von Sixpack, Ausdauer und Athletik ohne großen Aufwand sind vorüber.

Dass man kein Teenager mehr ist, offenbart sich regelmäßig nach einer Partynacht. Mir wurde es aber noch dramatischer vor wenigen Wochen veranschaulicht. Nach einem viel zu langen und viel zu trägen Winter endlich wieder Sport. Ein Fußballspiel mit Freunden, ein bisschen zu wenig aufgewärmt (wie immer) und einmal überknöchelt. Was ich früher mit einem verkniffenen Lächeln weggesteckt hätte, führte diesmal zu einem Gefühl, das sich in etwa mit diesem hier vergleichen lässt:

© YouTube // strumpf0815

Die Diagnose: 6 Wochen Pause. Das Resultat: schlechte Laune, schwindende Energie und die Angst, dass ich die T-Shirt-losen Tage im Sommer wohl nicht genießen werde können. Schließlich setzen Dwayne Johnson und Zac Efron mit ihrem neuen Baywatch-Film gerade wieder neue Maßstäbe in punkto männlicher Beach-Body.

Doch nur zu lamentieren bringt einen nicht weiter. Also gilt es, die Initiative zu ergreifen. Nach meiner Verletzungspause bleibt ja noch etwas Zeit, wenngleich das Trainingsprogramm dann eben etwas straffer sein müsste. Und das war der Moment, als ich auf CrossFit aufmerksam geworden bin …

Camille LeBlanc-Bazinet: Wie CrossFit dein Leben verändert

Schon seitdem sie ein Kleinkind war und in den Farmländern Kanadas an der Grenze zu Vermont aufwuchs, war Camille LeBlanc-Bazinet jemand, der überall dabei sein wollte ...

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Kurz nachdem ich das Interview mit Camille LeBlanc-Bazinet gelesen hatte, erfuhr ich von der bevorstehenden Eröffnung des größten innerstädtischen CrossFit-Centers Europas, CrossZone 1190 in Wien - praktischerweise meine Heimatstadt.

Als Wink des Schicksals wahrgenommen, war damit klar: hier soll meine Verwandlung stattfinden, hier will ich wieder auf Touren gebracht werden, hier möchte ich „mein Leben verändern“ - wie es LeBlanc-Bazinet prophezeit hat.

Der Mann, der mir dabei helfen soll, heißt Max und ist Trainer bei CrossZone. Stets freundlich und mit einem (schelmischen) Lächeln auf den Lippen stimmte er zu, sich meiner anzunehmen und mit mir ein spezielles achtwöchiges Trainingsprogramm zusammenzustellen. Warum acht Wochen? Na das hat doch bei Tom doch auch schon (nicht) funktioniert.

Die Ziele dabei:

  • athletischer, stärker und stabiler werden
  • Beweglichkeit gewinnen und klassische Fußballer-Verkürzungen verringern
  • Muskeln aufbauen
  • nackt gut aussehen (so ehrlich muss man sein)

Das X markiert den Weg! #CrosszoneWien #Fitness #Selbsttest #MachtCrossFitChrisfit?

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Voraussetzung für das Erreichen dieser Ziele ist harte Arbeit. Für mich heißt das konkret, mindestens vier Mal die Woche zu den schmucken Wiener Stadtbahnbögen, in denen das CrossFit-Center untergebracht ist, zu fahren und einen guten Bekannten besser kennenlernen - meinen Körper.

Denn schon an den ersten Trainingstagen, was sage ich, bei den ersten Übungen meldete sich dieser eindrucksvoll zu Wort und wollte mir weismachen, dass er darauf eigentlich keine Lust hat.

Ja, ich war schon zuvor im Fitnessstudio und habe mich an Krafttraining versucht, aber nein, ich hatte keine Ahnung. Allein das Aufwärmen für die eigentlichen Aufgaben treibt mir mehr Schweiß auf die Stirn als es so manches selbst konzipierte Workout früher gemacht hat. Vielleicht auch, weil es bei Max gar nicht Aufwärmen heißt, sondern Mobilisieren.  

Die Testbatterie bietet einen Überblick über meine Leistungsfähigkeit: Wie stark sind meine Muskelschlingen? Welche Ausdauerleistungsfähigkeit habe ich? Unser Ziel: diese Ausprägung in den 8 Wochen um 1 - 2 Stufen anzuheben.

Und nach ein paar Längen Inchworms, Bear Crawls oder Lunges (mehr dazu nächste Woche) beginnt erst das eigentliche Training, die Leistungsfeststellung. Zunächst wollen wir nämlich einmal wissen, wie es um mich steht … um zu sehen, was ich in 8 Wochen erreichen kann. Die Antwort vorweg: Es ist viel Luft nach oben.

Errechnet wurden die „Maximalkraft“-Werte von meinen 8-Wiederholungsmaxima. Das heißt, mit welchem Gewicht ich acht (halbwegs) saubere Wiederholungen geschafft habe. Die Auswertung erfolgt dabei körpergewichtsabhängig: Je stärker ich im Verhältnis zu meinem eigenen Körpergewicht werde, desto höher sind die einzelnen Werte zu werten. „So bekommen wir eine relativ objektive Beurteilung deiner Kraft“, sagt Max.

Die Zeit beim Crossfit Benchmark Workout stimmt meinen Trainer zufrieden. Dieser Wert gibt Aussage über meine metabole Kondition, also wie lange ich konstant einem Widerstand entgegenwirken kann, bevor meine Muskulatur einem zu großem Sauerstoffdefizit unterliegt um die Arbeitsgeschwindigkeit weiter aufrecht zu erhalten - bei anhaltender Herzkreislaufbelastung.

Der negative Ausreißer: Ganz klar der Rudertest. Bei meinem 3-minütigen Versuch, bei dem die Energiebereitstellung übrigens ca. zu 80% anaerob ist, zeigt sich: ohne Technik geht nichts. Deshalb …

Übung der Woche: Rudern

Und das Fazit der ersten Woche? Naja, sagen wir mal so. Es liegt noch ein weiter Weg vor mir und es gibt noch viel zu lernen. Etwas habe ich aber bereits mitgenommen - 5 Sätze, die man von seinem Trainer eigentlich nicht hören möchte:

  1. „Es gibt zwei Denkweisen: Die, den Körper langsam an die Belastung zu gewöhnen und ihn sukzessive heranzuführen … und jene, die ich verfolge.“
  2. „Muskelkater? Ich wäre enttäuscht, wenn es nicht so wäre.“
  3. „So, in den letzten Minuten kannst du jetzt aufs Kraftsparen verzichten.“
  4. „Es wird nicht besser, je länger du wartest!“
  5. „Eine Übung habe ich noch.“

In diesem Sinne: auf eine schöne zweite Trainingswoche!

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04 2017 The Red Bulletin

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