Fitness-Blog: Macht CrossFit Chris fit? - Woche 2

Macht Crossfit Chris fit?
Fitness-Blog, Woche 2

Text und Schmerzen: Christian Eberle

Kann man in wenigen Wochen wirklich in Form kommen? Wir wagen den Selbsttest. Unser Proband: Christian, das Ziel: fit in 8 Wochen, das Mittel: CrossFit. Sei dabei und erfahre, wozu der menschliche Körper wirklich im Stande ist … oder auch nicht.
Christian, 31, CrossFit-Neuling

Gut zwei Wochen, oder umgerechnet acht Trainingseinheiten, liegen hinter mir und erste Veränderungen sind spürbar. War mir in der ersten Woche noch eine halbe Stunde nach Verlassens der CrossZone schlecht, konnte ich diese Zeit nun erfolgreich halbieren. Voraussetzung dafür ist allerdings der Verzicht auf den Verzehr von paniertem Fisch, den man sich am Vorabend von einer dubiosen Pizzeria liefern lässt.

Auch der Muskelkater lähmt meine täglichen Bewegungen nicht mehr in dem Ausmaß, dass simples Einkleiden nach dem obligatorischen Duschgang zur Tortur wird. Kurz gesagt: Ich spüre, dass ich fitter werde. Was auch damit zusammenhängt, dass ich mein Sprunggelenk nahezu wieder voll belasten kann. Das hat zwar den Vorteil, in meiner Freizeit Laufen und Fußballspielen zu können, jedoch bietet es Max, meinem bedrohlich motivierten Trainer, auch die Möglichkeit, bald sein ganzes Übungsrepertoire auszupacken.

Dabei bereiten mir allein die bekannten Aufwärmübungen schon genug Probleme …

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Letzte Woche habe ich bereits angemerkt, dass das Aufwärmen für mich eine neue Welt darstellt. Zur Erläuterung: Für einen Fußballer „der alten Schule“ heißt Aufwärmen im Regelfall drei lockere Runden laufen, dazu ein wenig mit den Armen kreisen und dann fünf Minuten Hösche.

Im CrossFit heißt Aufwärmen Mobilisieren und Mobilisieren heißt schnell auf Touren kommen. Und aus irgendwelchen Gründen scheinen sich Tier-Bewegungen (Animal Moves) dafür besonders zu eignen.

Während mir der Crab Sidewalk (krabbenähnliches seitliches Marschieren mit ausgedrehten Füßen zur Dehnung und Stärkung der Adduktoren - eine Vorstufe zu den Sidewalk Lunges) aufgrund meiner „Futurama“-Erfahrung und des eingehenden Studiums von Dr. Zoidberg etwas leichter fiel, …

… hatte ich mit dem Inchworm erwartungsgemäß größere Schwierigkeiten. Bei dieser Übung gilt es, die Hände bei möglichst gestreckten Beinen auf den Boden zu bringen, langsam mit den Armen nach vorne zu wandern, um sich möglichst ausgestreckt über dem Boden zu halten und dann mit durchgestreckten Beinen und in kleinen Trippelschritten nach vorne zu laufen, ehe man wieder in der Ausgangsposition angelangt ist.

"Du Wurm!" ist kein Schimpfwort! 🐛 #CrossFit #Inchworm #BesserVerkürztAlsVerrückt

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Hört sich relativ simpel an, führt bei einer mühevoll über die Jahre heraufbeschwörten muskulären Verkürzung in beiden Oberschenkeln aber zu motorischen Engpässen, die nur mit Mühe übertüncht werden können. Hier heißt es aber durchbeißen - schließlich ist ein großes Ziel des achtwöchigen Programms ja mehr Beweglichkeit oder profaner ausgedrückt: Ich möchte im Stehen mit ausgestreckten Beinen meine Knöchel berühren können!

Noch anstrengender als der Inchworm ist der Bear Crawl, schlicht und einfach weil noch mehr Muskelgruppen beansprucht werden. Daher gewinnt die „bärige“ (im wortwörtlichen, nicht im Hinterseer’schen Sinne) Fortbewegung auch die Auszeichnung zur Übung der Woche. 

Übung der Woche: Bear Crawl

Das eigentliche Workout folgt dann erst im Anschluss an die knapp zehnminütige Mobilisierung, die beispielsweise aus einer flotten Kombination der drei angesprochenen Übungen besteht. Sprich, es ist noch eine gute Dreiviertelstunde übrig.

Mein Glück: Da ich kaum Erfahrung mit Gewichten, Kettlebells oder den Geräten habe, verwendet Max viel Zeit darauf, mir eindringlich alles zu erklären. Welchen Sinn die Übungen haben, wie sie technisch korrekt ausgeführt werden und welche Fehler man vermeiden sollte. Das Zuhören gibt mir dabei nahezu die einzige Zeit zum Verschnaufen. Denn sobald er mit Reden fertig ist, heißt es für mich heben, ziehen, strecken, bis die Muskeln nicht mehr können.

Das ist übrigens dann auch der Zeitpunkt, in dem ich eigene Animal Moves kreiere. Meine Top 3:

  • Der hängende Gibbon nach dem einen Klimmzug, der zu viel war
  • Der gemeine Seestern nach dem letzten Liegestütz
  • Der Regenwurm, der sich auf der Bank der Umkleidekabine in seine eigentliche Länge zu strecken versucht

Ich werde beantragen, auch diese Tiere gemäß der Artenvielfalt in den Katalog der offiziellen CrossFit-Übungen aufzunehmen. In diesem Sinne: auf eine tierisch gute dritte Trainingswoche!

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04 2017 The Red Bulletin

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