Wie Camping deine Schlafprobleme beheben kann

Wie Camping deine Schlafprobleme beheben kann

Foto: Pexels

Du kannst abends schlecht einschlafen und kommst morgens nicht aus dem Bett? Dann pack deinen Rucksack und ab ins Freie! US-Forscher fanden heraus, dass ein einziges Campingwochenende den natürlichen, an die Jahreszeiten angepassten Tag-Nacht-Rhythmus wieder herstellen kann.

Damit sich unsere innere Uhr an den saisonalen Tag-Nacht-Rhythmus anpasst, müssen wir uns nur ein paar Tage in die Natur begeben. Wer aufgrund von modernen Umweltbedingungen wie künstlichem Licht unter Schlafproblemen leidet, kann sich unter freiem Sternenhimmel wieder in Lot bringen. Klingt einfach? Ist es auch.

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Gesunder Schlaf ist extrem wichtig

US-Forscher der University of Colorado Boulder machten das Experiment und publizierten ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Current Biology“. Die Wissenschaftler um Kenneth Wright fanden heraus, dass Outdoor-Tageslicht der Schlüssel zum schnellen Erfolg ist, wenn es um gesunden Schlaf geht. „Wer spät ins Bett geht, beeinflusst damit seine Gesundheit negativ“, so Wright.

Unsere moderne Lebenswelt ermöglicht es uns, dank elektrischem Licht und anderen technologischen Gegebenheiten, in gewisser Weise unabhängig vom natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu leben. So arbeiten wir manchmal bis in die Nacht hinein oder schauen noch lange nach Sonnenuntergang einen Film, während wir in freier Wildbahn längst schlafen würden. 

Für unseren Körper ist diese „Täuschung“ auf Dauer nicht so toll – die Folge sind meist Schlafprobleme. Diese können wiederum zu handfesten gesundheitlichen Problemen führen, wie Müdigkeit am Tag, Stimmungsschwankungen, Diabetes oder Übergewicht. Beim Camping sind wir tagsüber deutlich mehr natürlicher Beleuchtung ausgesetzt, die dafür sorgt, dass wir abends besser ins Bett beziehungsweise in den Schlafsack kommen.

So stellt die Natur deinen natürlichen Schlafrhythmus wieder her

Camping also! Eine wichtige Rolle spielt das Hormon Melatonin, das uns dabei hilft, einzuschlafen und aufzuwachen.

Ganz grob: Wird es dunkel, schütten wir das Hormon aus und werden müde; wird es wieder hell, stoppt der Körper die Produktion und wir wachen auf. Durch künstliches Licht kann die natürliche Melatonin-Ausschüttung aus dem Ruder geraten und damit Schlafprobleme verursachen. 

Das Gute: Der Melatonin-Haushalt lässt sich ziemlich kurzfristig wieder ins richtige Maß bringen, sofern du dich in einer natürlichen Lichtumgebung befindest und dir tagsüber ordentlich Tageslicht gönnst. Die US-Forscher fanden heraus, dass sich das Melatonin-Level schon nach einem Camping-Wochenende um ein bis zwei Stunden verschieben kann, der Körper also nach ein paar Nächten in der Natur ein bis zwei Stunden früher damit beginnt, Melatonin auszuschütten.

Die Formel des Erfolgs: Tagsüber viel Tageslicht, nachts viel Dunkelheit.

Tipp: Wenn du den „Camping-Trick“ selbst ausprobieren willst, verzichte am besten ganz auf elektrisches Licht und passe deine Schlafzeit so gut es geht an die natürliche Helligkeit an, sprich: Schaue abends im Zelt keine Filme mehr auf dem Smartphone oder Tablet.

Alternativen zum Campen

Wenn du Camping nicht so gerne magst, gibt es Alternativen, die sich positiv auf deinen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus auswirken. Versuche einfach tagsüber – egal ob im Winter oder Sommer – viel draußen zu sein und Sonnenlicht zu tanken, sodass du abends ausgeglichener in die Federn fällst. Gleichzeitig ist es hilfreich, abends künstliches Licht so gut es geht zu vermeiden. Darüber hinaus sind regelmäßige Schlafzeiten sowie körperliche Auslastung, zum Beispiel durch Sport, generell gut.

Ganz wichtig: Direkt vorm Schlafengehen solltest du Smartphone-Displays und PC- oder Fernsehbildschirme meiden.

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02 2017 The Red Bulletin

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