Dakar Rallye: Die härteste Motosportveranstaltung der Welt - 40 Fakten

40 DINGE, DIE DU ÜBER DIE RALLYE DAKAR WISSEN MUSST

Text: Werner Jessner
Foto: REUTERS/Jacky Naegelen

Die Rallye Dakar ist die härteste Motorsportveranstaltung der Welt – und die gefährlichste dazu. Diese 10 Dinge musst du wissen, bevor du dich zum Start anmeldest.

Der Start zur 39. Auflage des Rennens erfolgt am 2. Jänner, diesmal in Asunción, Paraguay. Das musst du schon vorab wissen:

  1. Was brauche ich, um bei der Dakar starten zu dürfen?
  2. Brauche ich einen Führerschein?
  3. Ist die Dakar Männersache?
  4. Wie viel Geld brauche ich?
  5. Wie viele Stunden werde ich pro Tag unterwegs sein?
  6. Fahren alle gleichzeitig los?
  7. Was kriege ich, wenn ich die Dakar gewinne?
  8. Wann werde ich gewinnen?
  9. Wie sieht ein siegfähiges Auto aus?
  10. Wo kann ich die Rallye verfolgen?
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1. Was brauche ich, um bei der Dakar starten zu dürfen?

Du brauchst eine Motorsportlizenz. Um die zu bekommen, musst du deine körperlichen und geistigen Fähigkeiten mit Attests beweisen. Danach tastest du dich bei kleineren Events an die Dakar heran, zum Beispiel in Marokko. Dakar-Rookies müssen ein detailliertes Bewerbungsschreiben vorlegen. Danach entscheiden die Veranstalter, ob du bereits tauglich bist. Um deine erste Dakar nicht nur zu beginnen, sondern auch zu beenden, hilft nur eins: Demut und immer zehn Prozent Reserven lassen.

© youtube // dakar

2. Brauche ich einen Führerschein?

Ja, weil du das Fahrzeug zwischen den Wertungsprüfungen auch im öffentlichen Verkehr bewegen musst.

3. Ist die Dakar Männersache?

Nein, die Deutsche Jutta Kleinschmidt gewann 2001 sogar die Gesamtwertung, also gegen die männliche Konkurrenz. Die Spanierin Laia Sanz wurde 2015 in der Motorradklasse Gesamtneunte.

Deutschlands Jutta Kleinschmidt

Die Spanierin Laia Sanz wurde 2015 Neunte in der Motorradklasse.

© Getty Images

4. Wie viel Geld brauche ich?

Gegenfrage: Wie viel Geld hast du? Die Ärmsten starten ohne Begleitung in der Motorradklasse. Dann musst du jedoch alles selbst machen, von der Reparatur bis zum täglichen Organisationskram. Also:

  • 24.000 € - Bike KTMz Adventure mit Dakar-Paket „ready to race“
  • 14.800 € - Startgebühr
  • 10.000 € - Ersatzteile 
  • 3.000 € - Fahrerausrüstung
  • 2.000 € - Flüge
  • 1.000 € - Lizenz und Atteste 
  • 1.000 € - Visa, kleine Geschenke, Internet-Zugang etc. ​

Alternative: Miete dich um 90.000 Euro bei einem KTM‑Satellitenteam ein. Da ist dann auch ein eigener Mechaniker inkludiert. Begleitpersonen kosten generell extra, die Gebühren sind je nach Anmeldedatum gestaffelt und beginnen bei 9.000 Euro pro Helfer. Weil sie schlecht zu Fuß gehen können, musst du auch jedes Begleitauto registrieren. Ein PKW kostet dich 2.500 Euro, ein Wohnmobil 6.000 Euro.

Kleiner Tipp noch:
Die Red Bull-Dose ist auf der Dakar eine international gebräuchliche Zahlungseinheit, vergleichbar der Packung roter Marlboro früher.

Trace your way! ¡Traza tu camino! ➡️➡️➡️➡️ 😀#dakar2016

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5. Wie viele Stunden werde ich pro Tag unterwegs sein?

Rechne damit, das Zelt täglich um vier Uhr abzubauen, das Biwak nach einem schnellen Frühstück um fünf Uhr zu verlassen, 300 Kilometer im öffentlichen Verkehr abzureißen, danach 300 Kilometer Vollgas zu geben und wieder 200 Kilometer im öffentlichen Verkehr zum nächsten Biwak zu fahren. Dein Job auf der Dakar ist deutlich näher an five-to-nine als nine-to-five.

Dakar Rallye: Motorrad in der Nacht im Gebirge

Joan Barreda Bort (Spanien) in Aktion während der Dakar 2016

© Frederic Le Floc‘h/DPPI

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6. Fahren alle gleichzeitig los?

Nein, die Bikes und Quads starten vor den Autos, und dann erst die Trucks, die noch die letzte Düne zerwühlen. Spannend, wenn die schnellen Autos auf die langsamen Bikes auflaufen und die einen nichts mehr sehen und die anderen nicht mehr gesehen werden. Interessant auch die Reihenfolge innerhalb der Gruppen, wobei der Tagesschnellste vom Vortag eröffnet und die Spur legen muss. Darum taktieren viele und lassen sich an manchen Tagen gezielt zurückfallen.

40 Dinge über die Rallye Dakar - Teil 3

Warum ist die Rallye Dakar die härteste Motorsportveranstaltung der Welt? Hier sind 40 Antworten. Teil 3: 10 Dinge, die dich bei der Rallye erwarten könnten.

7. Was kriege ich, wenn ich die Dakar gewinne?

Einen Pokal. Das Preisgeld ist mit insgesamt 58.000 Euro recht bescheiden. 5.000 Euro bekommst du als Klassensieger. Wenn du es klug anstellst und deinen Sieg gut vermarktest, wirst du dennoch nie hungern müssen.

Our 491 competitors surely have their eyes on the prize. 👀🏆 #Dakar2017

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8. Wann werde ich gewinnen?

Bist du ein Weltklasse-Athlet, frühestens beim dritten Mal: anschauen, gut werden, siegen. Wenn nicht: nie.

Peugeot 3008 DKR

Der Peugeot 3008 DKR hat großes Potential zum Siegerauto.

© Flavien Duhamel

9. Wie sieht ein siegfähiges Auto aus?

So wie der Peugeot 3008 DKR, eine radikale Verbesserung des erfolgreichen 2008 DKR des Vorjahres. Da das Reglement Fahrzeuge mit Heckantrieb bevorzugt, verzichtet Peugeot auf Allrad. Der Biturbo-Dieselmotor wird durch einen Luftrestriktor eingeschnürt, leistet aber immer noch 340 PS und macht 200 km/h schnell. Die Federwege sind mit 46 Zentimetern so groß, dass der 3008 DKR theoretisch einen Sessel überfahren könnte, ohne dass es die Fahrer mitbekämen. Die Ersatzräder sind im Pannenfall in Sekunden ausgepackt, das Auto wurde im Vergleich zu 2016 leichter und ist noch feiner austariert. Gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Titelverteidigung!

40 Dinge über die Rallye Dakar - Teil 4

Warum ist die Rallye Dakar die härteste Motorsportveranstaltung der Welt? Hier sind 40 Antworten. Teil 4: Was du über Verpflegung und Unterstützung wissen musst.

10. Wo kann ich die Rallye verfolgen?

Red Bull TV liefert die spektakulärsten Bilder aus Südamerika …
LIVE von 2. bis 14. Jänner:

„SÉBASTIEN LOEB – OFF ROADS“ 
On demand

Fünf Monate auf Loebs Fersen: Was motiviert den neunfachen Rallye-Weltmeister, das Abenteuer Dakar erneut in Angriff zu nehmen? 

„PAYING THE PRICE“​
Premiere: am 20. Dezember
2016 dominiert Toby Price die Dakar und gewinnt überlegen. Sein Erfolgsgeheimnis? Viel Blut, Schweiß und Tränen.

„DIE KAMAZ STORY“
Premiere: am 20. Dezember

Das russische Kamaz-Team stellt für 2017 einen komplett neuen ­Race-Truck auf die Beine – die ­Dokumentation begleitet es dabei.

„MATTHIAS WALKNER“
Premiere: am 27. Dezember 

Dakar 2016: Crash und schwere Verletzung – doch Walkner gibt nicht auf: Red Bull TV zeigt seinen Weg zurück.

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01 2017 The Red Bulletin

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