Crossfit-Tipps von Camille LeBlanc-Bazinet

Camille LeBlanc-Bazine: Wie CrossFit dein Leben verändern kann

Text: Andreas Tzortzis
Fotos: Red Bull Content Pool

Crossfit-Champion Camille LeBlanc-Bazinet kennt ihre Grenzen, denn sie überschreitet sie täglich. Das passiert, wenn der Geist über den Schmerz triumphiert…

Schon seitdem sie ein Kleinkind war und in den Farmländern Kanadas an der Grenze zu Vermont aufwuchs, war Camille LeBlanc-Bazinet jemand, der überall dabei sein wollte. Erst war es Gymnastik, weil aber ein Beugemuskel in ihrer Hüfte riss, musste sie mit 15 Jahren wieder aufhören. Danach war es dann alles andere. “Wenn man mich fragte, ob ich an einem Teamsport teilnehmen wollte, meldete ich mich sofort an,” erzählt sie. Bewegung, Gesundheit und Aktivität waren immer schon wichtig für sie, selbst als Teenager.

2009, sie war gerade Teil eines Rugby-Teams, traf sie jemanden, der ihr CrossFit zeigte. Sie war sofort begeistert, da sie durch diesen Sport alles hinterfragte, was sie bisher über Fitness gelernt hatte. Fünf Jahre später galt sie bereits als die fitteste Frau der Welt, nachdem sie die Reebok CrossFit Games gewonnen hatte.

Wer, wenn nicht Camille, könnte uns also sonst dazu bewegen, noch einmal unsere Workout-Gewohnheiten zu überdenken?

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Warum es manchmal schlecht ist, eine Pause zu machen

„CrossFit bringt viele Elemente zusammen und das erste Mal fühlt es sich an, als hätte dich ein LKW angefahren. Mir öffnete es die Augen. CrossFit veränderte mich, nicht nur physisch, sondern auch mental - weil es so hart war. Ich lernte sehr viel dazu. Wenn man im Fitnesscenter ist, hört man meistens auf, wenn es zu schwierig wird. Wie wäre das denn, wenn wir genauso durchs Leben gingen? Einfach aufzuhören, nur weil es kompliziert wird? Du kannst nur so gut sein, wie du es eben in diesem Moment bist. Wenn es also schwierig wird, dann muss man weitermachen, seine Komfortzone verlassen und etwas tun, das man zuvor noch nie getan hat, dann kann man sich auch verbessern.“

Camille leblanc-bazinet

Wie Training dein Denken beeinflussen kann

„Ich war im ersten Jahr am College, als ich CrossFit kennenlernte. Ich bin sofort zu meiner Bank gegangen und hab die Gebühren für ein ganzes Jahr bezahlt. Und das war gut so, ich habe mich durch das Training auch in der Schule verbessert. Ich zwang mich selbst, ein Kapitel durchzunehmen, und wenn es mir zu unangenehm wurde, dann konnte ich mich dank CrossFit trotzdem dazu pushen, weiterzumachen. So beeinflusst es dich: die kleinen Hürden des Lebens werden im Training nachgestellt und du lernst, sie zu überwinden. Hartes Training bringt immer den Charakter eines Menschen zu Tage. Du siehst, wer durchhalten kann, und wer schnell aufgibt.“

Der beste Wettbewerb ist freundschaftlich

„Die meisten meiner CrossFit-Konkurrentinnen gehören eigentlich zu meinen besten Freunden. Wir teilen das Leid und respektieren uns, weil wir ja alle wissen, wie hart wir arbeiten müssen. Wir sind alle mit viel Leidenschaft und Herz bei der Sache. Dafür muss man respektvoll und bescheiden sein. Um in diesem Sport wirklich gut zu sein, muss man sich auch als Mensch weiterentwickeln. Und dafür braucht man die Hilfe anderer. Man umgibt sich mit großartigen Menschen, lernt von ihnen und lässt sich inspirieren, eine bessere Person zu sein. Sie pushen dich und wenn es an der Zeit ist, kannst du dasselbe für andere tun.“

Camille leblanc-bazinet

Du lernst, den Schmerz zu kontrollieren

„Ich arbeite wirklich sehr hart um auch die Momente zu erkennen, in denen ich üblicherweise die Kontrolle verlieren würde. Jetzt bemerke ich sie und überlege mir, wie ich die Probleme lösen kann. Ich bin mir dieser Emotionen bewusst und reagiere dementsprechend darauf. Das gleiche passiert, wenn ich trainiere. Wenn ich merke, dass mich der Schmerz überwältigt, denke ich ‘Hey Schmerz, ich weiß, du bist hier, ich nehme dich zur Kenntnis, aber es geht mir gut, also geh zurück’. Ich registriere den Schmerz, aber ich arbeite mit ihm zusammen und schon bald ist er vorbei.“

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Wie man herausfindet, dass es keine Grenzen gibt

„Es macht sehr viel Spaß herauszufinden, wo deine Grenzen liegen und ob es überhaupt welche gibt. Das mache ich jeden Tag. Ich denke mir zum Beispiel, wenn ich an der Klimmzugstange bin: ‘Wie weit kann ich gehen?’ Mein Gehirn teilt mir mit, aufzugeben, aber das tue ich nicht. Manchmal schaffe ich es nicht und komme kurz runter, aber oft denke ich mir auch: ‘Bleib in der Position und sieh, was passiert’. Alles schreit danach, dass du aufhörst, aber du machst einfach weiter und weißt gar nicht, was passieren wird. Aber du kannst es. Und dann bemerkst du, dass diese Grenzen, die dir dein Körper vorgetäuscht hat, eigentlich gar nicht da sind.“

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09 2016 The Red Bulletin

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