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Die schärfsten Formel-1-Boliden

Foto: Getty Images/ Red Bull Content Pool

Wir präsentieren: die argen Geräte der Legends Parade beim Großen Preis von Österreich in Spielberg mit ihren Fahrern, ihren Erfolgen und jeweils einem Rennen, das keiner so schnell vergisst.

Sieg für Enzo

1988 gewannen die McLaren-Honda jeden einzelnen Grand Prix – bis auf einen: Einen Monat nach dem Tod des Firmengründers Enzo Ferrari holten Gerhard Berger und sein Teamkollege Michele Alboreto einen hoch emotionalen Doppelsieg, und zwar ausgerechnet beim Heimrennen in Monza. Wenn es einen Renngott gibt: Hier war er, und 100.000 Zuschauer sind Zeuge.

Carbon-Porsche

Obwohl die McLaren von Lauda und Prost dank des ersten Carbon-Chassis und des überlegenen Porsche-Motors die Saison dominierten und gleich vier Doppelsiege feierten: Für uns bleibt der einzige Heimsieg eines Österreichers doch unerreicht – zumal er an einem seidenen Faden hing: Niki Lauda hatte massive Getriebeprobleme, doch der zweitplatzierte Nelson Piquet traute sich nicht, ihn anzugreifen: Er hielt Laudas geringes Tempo für eine Finte.

Dart-Pfeil

Ein radikal neues Reglement bedingte einen radikal neuen Zugang. Den schien der genialische Brabham-Konstrukteur Gordon Murray mit diesem dartförmigen Auto gefunden zu haben. Das hätte furchtbar schiefgehen können – tat es aber nicht. Der Brasilianer Nelson Piquet gewann gleich das erste Rennen in Rio de Janeiro. Zum Schluss war er – auch dank BMW-Power – der erste Turbo-Weltmeister der Geschichte.

Ende in Schwarz

Ayrton Senna im letzten schwarz-goldenen Lotus war der Underdog im Kampf gegen die überlegenen Williams-Honda. Umso befriedigender waren seine beiden Siege: auf dem Detroit Street Circuit und vor allem in Jerez de la Frontera, beim zweiten Saisonrennen. Senna hatte Nigel Mansells Williams in einem unglaublichen Rennen mit allen Mitteln hinter sich gehalten. Auf der Ziellinie hatte er exakt 1,4 Hundertstelsekunden Vorsprung – der knappste Sieg in der Geschichte der Formel 1.

Gutes besser

Niki Laudas WM-Auto des Vorjahres musste 1985 von Michelin auf Goodyear-Reifen umgestellt werden, außerdem war die Anordnung der Turbolader neu. Laudas Rücktritt war fix, „Professor“ Alain Prost somit Teamleader. Beim Großen Preis von Europa, ausgetragen auf der gefährlichen Strecke von Brands Hatch, fixierte er drei Rennen vor Saisonende den WM-Titel – mit exakt jenem dritten Platz, den er dafür benötigt hatte. Ganz der Professor eben.

Asterix für einen Tag

Renault hatte den Turbo in die Formel 1 gebracht, doch BMW hatte ihnen den WM-Titel weggeschnappt. Jetzt gaben die McLaren den Spielverderber. Umso süßer schmeckte die Pole-Position von Patrick Tambay, der mit Derek Warwick ein Team bildete, ausgerechnet beim Heim-GP in Dijon. Mit vollem Ladedruck zerlegte der Franzose im französischen Auto alle. Im Rennen lag er lange in Führung, ehe er von Niki Lauda beim Boxenstopp ausgetrickst wurde und immerhin noch Zweiter wurde.

Geliebter Underdog

Das Auto: zu schwer. Der Motor: zu schwach. Das Team: in seiner erst zweiten Saison. Die Haltbarkeit: indiskutabel. Minardi gehörte jahrelang zu den Hinterbänklern der Formel 1, ganz besonders aber in seiner Anfangszeit. Platz 8 für Andrea de Cesaris und Platz 14 für seinen Teamkollegen Alessandro Nannini beim Großen Preis von Mexiko waren logischerweise das absolute Saisonhighlight für den sympathischen Toro Rosso-Vorgänger aus Faenza.

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06 2015 The Red Bulletin

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