Magnum Force: 70 Jahre Sport-Fotografie

Magnum Force: Highlights aus 70 Jahren Sportfotografie

Text: Robert Sperl
Foto: Peter Marlow/Magnum Photos

Zum großen Jubiläum der legendären Foto-Agentur „Magnum“ siehst du hier ein paar der besten Schnappschüsse.

1947 gründeten die Fotografen ­Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, William Vandivert, George Rodger und David Seymour (alias Chim) in New York eine Fotoagentur, und weil dabei (angeblich) eine 1 ½-Liter-Champagnerflasche im Spiel war, gaben sie ihrer Agentur den Namen Magnum.

Gegründet als Kooperative, um in Sachen Qualität und Honorare souveräner gegenüber Kunden auftreten zu können, entwickelte sich Magnum dank seiner kreativen Mitglieder zur Messlatte der Pressefotografie – in jedem Bereich des Genres. Im Red Bulletin, das künftig mit Magnum kooperieren wird, zeigen wir die besten Sport-Beispiele aus siebzig Jahren Visual Storytelling.

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Michael Schumacher

Peter Marlow, 2001

Die Melancholie eines dreifachen Weltmeisters: Michael Schumacher entspannt sich im Zuge von Testfahrten in Mugello, Italien, in seinem Wohnmobil. Peter Marlow gelang hier, was nur exzellente Fotografen beherrschen: Er machte sich quasi unsichtbar – und das Foto zum Gemälde.

Rugby-Training

Rugby Training

© John Vink/Magnum Photos

John Vink, 1999

Fabrikarbeiter, Marktfahrer, Bauern: Das Rugby-Team der südfranzösischen Kleinstadt Villefranche-de-Lauragais setzt sich aus Amateuren zusammen. Ehrgeizig, aber ohne Tagesfreizeit, weshalb die Sportler nur abends trainieren können. Geübt wird dann bis spät in die Nacht, oft bis zur völligen Erschöpfung.

Wasserspringer in Sant’Elia

CLIFF-DIVERS IN SANT’ELIA

© Ferdinando Scianna/Magnum Photos

Ferdinando Scianna, 1982

Der Sizilianer Scianna war eine rare Doppelbegabung, sowohl brillanter Schreiber als auch begabter Fotograf. Als Meister des Moments lässt er auch Inszenierungen aussehen wie Produkte des Zufalls – wie hier in Sant’Elia nahe Siracusa, Sizilien.

Arnold Schwarzenegger

Elliott Erwitt, 1977

Aufgewachsen in Paris und Mailand, 1939 in die USA emigriert, hatte Elliott Erwitt bereits mit Stars wie Marilyn Monroe gearbeitet (und Bob Dylan noch vor sich), als er Arnold Schwarzenegger fotografierte. Ebenfalls Emigrant, war Schwarzenegger damals als Bodybuilder bereits eine Berühmtheit.

Mexikanisches Ringen

mexican wrestling

© Alex Webb/Magnum Photos 

Alex Webb, 1978

Der Amerikaner Webb sieht sich als Straßenfotograf: Das heißt leben mit permanenten Konflikten und Konfrontationen, während du deinem inneren Kompass folgst. Bisweilen sucht er auch die Auseinandersetzung unter einem Dach, wie hier beim „Lucha libre“.

Cassius Clay

Cassius Clay

© Philippe Halsman/Magnum Photos 

Philippe Halsman, 1963

101 Covermotive des berühmten „Life“-Magazins stammen von dem amerikanischen Fotografen, dazu herausragende Porträts von Dalí, Einstein oder Chagall. Das schafft nur, wer wie Halsman stets tiefer blickte: „In jedem Gesicht versteckt sich das Geheimnis eines anderen Menschen.“

Als Halsman den jungen Box-Profi und Olympiasieger von 1960 in New York fotografierte, hieß der noch Cassius Clay, ließ aber bereits sein zweites Gesicht erahnen: das des unumstrittenen Weltmeisters.

Magnum zu Gast in Salzburg:
Schau dir die einzigartige Ausstellung an
Wo: Hangar-7 in Salzburg | Wann: 5.4. bis 1.5. 2017

Preview - Hangar-7

Upcoming exhibition The Magic of the Moment: 70 Years of Sports Photography by Magnum Photo exhibition at Hangar-7 From April 5 to May 1 2017, Magnum, the most prestigious ...

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Muhammad Ali 

Abbas, 1974 & Thomas Höpker, 1966

Zwei Ansichten des besten Boxers aller Zeiten.

Erstes Bild: in Kinshasa vor seinem epischen Kampf gegen George Foreman, dem „Rumble in the Jungle“ – schier unverwundbar, unbewegt, unbeeindruckt von der internationalen Presse.

Zweites Bild: Unten in London, beim Besuch von Dreharbeiten, von einer nervösen Biene irritiert – empfindsam, verschreckt, ja ängstlich. Dabei hatte Ali auf seinen seidenen Bademantel, mit dem er den Ring betrat, den Spruch „Float like a butterfly, sting like a bee“ aufsticken lassen.

maradona 

maradona

© John Vink/Magnum Photos 

John Vink, 1986

Argentinien wurde 1986 Fußball-Weltmeister, mit einem 3:2 im Endspiel gegen Deutschland. Für John Vink steht Argentiniens Nummer 10, Diego Maradona, sinnbildlich für den Erfolg: zum einen durch sein spielerisches Genie, zum anderen durch ein schlitzohrig gegen England erzieltes Tor. Die Hand Gottes sei dabei im Spiel gewesen, beteuerte Maradona hinterher, und der WM-Titel adelte seinen Betrug.

Im Vélodrome d’Hiver

AT THE VELODROME D’HIVER

© ​Henri Cartier-Bresson/Magnum Photos

Henri Cartier-Bresson, 1957

Der Mitbegründer von Magnum, das Genie der Schwarzweißfotografie, setzte jahrzehntelang Maßstäbe. Sein Credo: sich auf leisen Sohlen, quasi stumm, annähern – ein Wort kann alles verderben – und den entscheidenden Augenblick einfangen. So wie hier in der Pause beim Sechstagerennen in Paris.

der boxer

the boxer

© Peter Marlow/Magnum Photos 

Peter Marlow, 1996

Ihre Kämpfe finden im Rampenlicht statt, doch im Training tauchen die Boxer ab in die triste Atmosphäre der Gyms, wo es nach Schweiß riecht und nach geplatzten Träumen. Hier „PrinceNaseem Hamed, damals WBO-Weltmeister im Federgewicht, bei einem Adidas-Werbedreh, in New York.

Tour de France 

Harry Gruyaert, 1982

Bekannt wurde Harry Gruyaert mit Reportagen über Marokko, Indien und Ägypten. Als gebürtiger Belgier hatte er jedoch auch stets ein emotionales Naheverhältnis zum Radsport und damit zur Tour de France.

Dort waren es nicht nur die Stars, die ihn faszinierten, sondern auch Nebendarsteller wie der Österreicher Harald Maier, der im ersten Foto in voller Fahrt zeitsparend verarztet wird, oder skurrile Episoden wie der Sitzstreik auf der 12. Etappe, ebenfalls 1982.

En garde! 

La Salle D’Armes Coudurier

© Christopher Anderson/Magnum Photos

Christopher Anderson, 2015

Der gebürtige Kanadier Christopher Anderson wurde durch seine Fotos aus den Kriegsgebieten dieser Welt bekannt. Da war es gewiss eine erfreuliche Alternative, einmal in der ältesten Fechtschule in Paris arbeiten zu dürfen, in der Salle d’Armes Coudurier (nahe Notre-Dame). Auch hier werden Kämpfe mit äußerster Vehemenz ausgetragen, jedoch nach streng einzuhaltenden Regeln.

Fußball

Abbas, 1976 & Harry Gruyaert, 1998

Warum Fußball das faszinierendste und weltumspannendste aller Spiele ist? Zwei Fotos mögen als nonverbale Antwort genügen. Ob in den Untiefen eines regengetränkten Spielfelds in Guapi, an Kolumbiens Pazifikküste, oder der roten Erde auf dem Trainingsplatz von Canon Sportif de Yaoundé, Kamerun: Windschiefe Tore zur Orientierung, ein Ball und der Ehrgeiz der Spieler reichen aus, um ein wahres Feuer der Begeisterung zu entfachen.

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05 2017 The Red Bulletin

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