Marc Janko Brisbane Roar Sydney FC

Marc Janko bloggt: Ein Eintrag in die Geschichtsbücher?

Marc Janko bloggt auf redbulletin.com: Teil 4 über die Kabinen-Party nach dem Russland-Spiel und wieso er in Australiens Fußball-Geschichte eingehen könnte. 

Hi Leute!

Zuerst einmal möchte ich den Jungs vom Nationalteam zur hervorragenden Leistung gegen Brasilien gratulieren. Ich hab mir extra den Wecker gestellt und das Spiel um 5.00 Uhr Ortszeit via Live-Stream mitverfolgt und mitgefiebert. Das 1:2 war äußerst unglücklich. Trotzdem ist es eine der wenigen Niederlagen, wo man erhobenen Hauptes vom Platz gehen und sagen kann, dass man sich gut verkauft hat. Ich selbst konnte bzw. durfte leider nicht mitmachen, weil der Verein wiederholt den Wunsch geäußert hat, dass er mich gleich nach dem Spiel zurückhaben will. Da Sydney mein Arbeitgeber ist und wir die guten Beziehungen nicht gefährden wollten, war es selbstverständlich, dass wir dem Wunsch nachgekommen sind.

Marc Janko Sydney

Sommer-Feeling

Während in Österreich der Winter Einzug hält, darf Marc den australischen Sommer genießen.

© Foto: privat

Mein Fazit des Länderspiel-Jahres 2014 fällt trotz der Brasilien-Niederlage – es war ja unsere einzige – sehr gut aus. Ich denke, wir haben einmal mehr bewiesen, dass als Mannschaft einiges weitergegangen ist. Wir haben uns in sehr vielen Bereichen weiterentwickelt. Ich bin froh und stolz, dass wir uns derzeit so gut präsentieren. Nun müssen wir diesen Weg konsequent weitergehen.

Denn der größte Fehler wär jetzt, uns zurückzulehnen. Natürlich rückt das ganz große Ziel immer näher. Aber wir dürfen jetzt nur ja nicht schon ans Kofferpacken denken. Wir sind noch nicht in Frankreich. Es warten noch sechs schwere Spiele auf uns, zumal in unserer Gruppe auch die vermeintlich kleineren die größeren Gegner ärgern können. Bei den beiden vergangenen Qualifikationen sind wir im Endeffekt an den vermeintlich kleineren Gegnern gescheitert.

Trotzdem glauben wir alle fest an unseren EURO-Traum. Die Stimmung in der Kabine nach dem Russland-Spiel war auch dementsprechend ausgelassen. So ausgelassen hab ich es schon länger nicht mehr miterlebt. Wir haben die Musik voll aufgedreht und die Betreuer aufgefordert zu tanzen. Sogar Präsident Windtner und Generalsekretär Ludwig sind durch die Kabine getanzt. Ein schönes Spektakel. Der Teamchef war leider bei Medienterminen.

Und weil ich bereits darauf angesprochen wurde, ob Rubins zwei Siegtreffer in Folge negativ für mich sind – dazu möchte ich nur sagen, dass das kompletter Schwachsinn ist! Ich kann diese Denkweise absolut nicht nachvollziehen. Ich gönne Rubin die Tore von Herzen. Er hat eine schwere Zeit hinter sich. Außerdem bin ich Teil der Mannschaft und durfte mich somit über die drei Punkte freuen. Es wäre aus meiner Sicht auch völlig fehl am Platz, wenn man jetzt versuchen würde, eine schlechte Stimmung hineinzubringen und uns gegeneinander auszuspielen. Aber daran sieht man wieder, wie schnell es in Österreich gehen kann. Wir sind ein Team, da geht es nicht um Rubin oder mich, sondern um den Erfolg der Mannschaft.

Apropos Mannschaft. Die Jungs vom Nationalteam werde ich nun länger nicht mehr sehen. Mit dem Länderspieljahr ist nun nämlich auch die viele Fliegerei beendet, worüber ich ganz froh bin. Ich bleibe jetzt einmal bis März in Sydney und kann mich voll auf den Verein konzentrieren. Weihnachten werde ich ebenfalls in Sydney verbringen, weil die Meisterschaft ja durchgeht. Ich bin schon gespannt, wie sich Weihnachten im Sommer anfühlt. Im Dezember kann es hier in Australien ja auch gerne mal 40 Grad haben. Das wird sicher eine ganz neue Erfahrung. Ganz besonders freue ich mich schon auf Sylvester – das Feuerwerk in Sydney ist ja weltberühmt.

Sportlich geht es am Samstag gegen Melbourne City FC weiter. Das ist eines jener Matches, die dir alles abverlangen. Im Kader von Melbourne tummeln sich ja einige bekannte Namen. Wir müssen alles in die Waagschale werfen, um dort etwas mitzunehmen. Allerdings sind wir derzeit schwer zu knacken, weil wir hinten sehr gut stehen. Wir haben die vergangenen vier Spiele zu null gespielt und insgesamt erst drei Gegentreffer bekommen. Darauf lag auch vor der Saison der Fokus. Wenn du vorne mitspielen willst, musst du einfach die Defensive stärken. Und die beginnt bei mir vorne als Stürmer.

Mit meinem Traumtor gegen Brisbane Roar ist natürlich auch das Selbstvertrauen gewachsen. In diesem Moment hat einfach alles gepasst. Es ist schön, weil es ein untypisches Janko-Tor war. Sollte ich irgendwann mal Kinder haben, kann ich ihnen zeigen, dass ich auch außerhalb des Strafraums getroffen hab. Ich hab am Rande in den Medien und auf Twitter mitbekommen, dass es von einigen Leuten als schönstes Tor der Liga-Geschichte gehandelt wird. Zum Tor des Jahres wurde es schon nominiert. Ich bin gespannt.

Ach ja, gegen Melbourne City werde ich auch auf einen alten Bekannten treffen: Ex-Austria-Goalie Joey Didulica ist dort Co-Trainer. Wir haben in meiner Anfangszeit in Salzburg das ein oder andere Mal gegeneinander gespielt. Ich kenne ihn zwar nur flüchtig, werde ihn aber auf jeden Fall begrüßen, wenn ich ihn sehe.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Marc

Klicken zum Weiterlesen
11 2014 redbulletin.com

Nächste Story