Michael Strasser - Cairo2Cape

Michael Strassers Blog -
Quer durch Afrika und du bist mit dabei

Fotos: Cairo2Cape/Wisser

Triathlet Michael Strasser hat sich ein Ziel gesetzt: 11.500 Kilometer mit dem Rad von der Nordküste Afrikas bis zum Kap der Guten Hoffnung - „Cairo2Cape“ eben. Wie es ihm auf der Tour, die er in weniger als 40 Tagen bewältigen will, ergeht, verrät er in seinem exklusiven Blog.
Michael Strasser, 32, Triathlet und Abenteurer

Tag 28 - Mit Schlangen spielt man nicht

Der letzte Tag in Sambia ist heute angebrochen. Gut gestartet um 6:20 Uhr früh nutzten wir die gute Laune und das Gefühl des Steakessens von gestern für einen erfolgreichen Tag. Bereits nach einigen Kilometern hatte ich wieder ein hohes Tempo und startete gut in Tag 28, also vier Wochen sind vorbei.

Vier Wochen lang jeden Tag am Rad, ich bin ein bisschen stolz auf mich. Die Strapazen mit dem andauernd monotonen Essen, die viel zu kurzen Nächte im Auto und die Schmerzen am Gesäß und auf den anderen Körperstellen, brauchen Tag für Tag große Überwindung, damit ich mich wieder auf mein Bike setze.

Danke Inge für deine Motivation, dass du wieder einige Kilometer mitgefahren bist. Mehr als ein Dutzend Stunden am Rad, brauchen hin und wieder eine Abwechslung. Und meine liebe Ärztin hat echt einen schnellen Antritt. 

Michael Strasser Blog Cairo2Cape

Das war verrückt, eine grüne Mamba zu töten. Anscheinend mit Erfolg.

Während des Fahrens bemerkte ich eine größere Ansammlung Einheimischer am Straßenrand. Ich traute meinen Augen nicht. Sie versuchten eine knapp vier Meter lange grüne Mamba zu töten. Eine mutige Angelegenheit, bedenkt man, dass diese Schlangenart eine der giftigsten Erdbewohner ist. Ich weiß, zwar nicht genau warum die Einheimischen das getan haben, aber verrückt ist die Aktion schon ein wenig. Nur nicht zu viel Zeit verlieren, deshalb radelten wir auch schon weiter. Heute ging es echt gut, ich war richtig im Flow drinnen. Deshalb stellte sich die Frage bei meinen lieb gewonnenen Betreuern Inge und Chris, ob sie nicht einen Abstecher zu den Victoria Fällen machen dürften.

Für mich war klar, ich müsste dadurch drei Stunden alleine fahren. Kein Problem, ihr habt euch Sightseeing verdient, ich quäle euch eh genug rund um die Uhr. Der 20 Jahre alte Toyota düste schnell davon, damit sie keine Zeit verlieren. Kurz vor Kassaschluss, erzählten sie mir, schafften sie es noch hinein und konnten beeindruckende Bilder machen. Ein Erlebnis, das sie nicht so schnell vergessen werden. Ich hoffe, ich komme dort auch noch hin.

Sie versuchten eine knapp vier Meter lange grüne Mamba zu töten.
Über die Idee der Einheimischen

Kurz vor Dunkelheit „fingen“ sie mich wieder ein. Wir nutzten die gute Stimmung und meine Kraftreserven, um bis zur Grenzstadt  Kazungula zu kommen. 361 Kilometer standen am Garmin-Navi am Ende des Tages. Dort campten wir im Garten eines Hotels im Auto. Heute war ein cooler Tag, ich komme meinem Ziel, dem Kap der guten Hoffnung echt schon richtig nahe. Morgen wartet Botswana, das siebte Land meiner Weltrekordtour durch Afrika. Vielleicht bekommen wir ein paar Wildtiere dort zu Gesicht.

Als kleine Belohnung heute, weil sie schon den Tag mit den Victoria Fällen genossen haben, holten sie mir einen Burger in der Nebenortschaft Livingstone. Danke für die Abwechslung zu Reis mit Ketchup und Salz …

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

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Ein beeindruckendes Bild von Chris von den Victoria Fällen.

Tag 27 – Soziales Engagement 

Ich fühlte mich wieder wie in Österreich, denn nach dem Aufstehen um 5 Uhr früh konnte ich eine Dusche benützen, gemütlich frühstücken und voller Energie gut in den Tag starten. Der Energiekick verschaffte mir einen schnellen Antritt, was zu einer hohen Geschwindigkeit führte.

Ihr wisst ja, dass ich ständig auf viel befahrenen Straßen fahren muss und immer wieder gefährliche Begegnungen mit LKWs habe. Nach 8.000 zurückgelegten Kilometern konnte ich nun erstmals auf einen Radweg umsteigen. Ja, das gibt es in Sambia. Von der EU mitfinanziert, war das echt ein Luxus, in Sicherheit und auf guter Straßenbeschaffenheit zu fahren. 

In der Hauptstadt Lusaka hielten wir uns nur kurz auf. Gut, dass wir dort wieder neues Geld abheben konnten. Wir wollten aber rasch weiter, weil wir schon unser Steak gerochen haben. Deshalb „sputeten“ wir uns, um nach Mazabuka zu unserer Freundin zu kommen, die mit Köstlichkeiten auf uns wartete.  

Michael Strasser in Sambia

Die Fahrt auf dem Radweg dauerte nicht lang, ich musste wieder die Straßen mit LKWs teilen. 

Barbara Lechner betreibt in Mazabuka seit sechs Jahren eine Blindenschule. Wir sind am späteren Nachmittag angekommen, wurden freundlich begrüßt und sahen sogleich den gut gedeckten Tisch. Rumpsteak mit Erdäpfeln und Gemüse, wow war das lecker! Wir trauten unseren Augen nicht. Die Zeit verging leider wie im Flug. Mit ihrem Mann und ihrem einjährigen Kind plauderten wir ebenfalls eine Weile. Barbaras bessere Hälfte ist erfolgreicher DJ in Sambia - danke nochmals für die CD, die wir von ihm bekamen.

Zurück zu dem Projekt: Die Malaikha Blindenschule ist die einzige Einrichtung im Süden Afrikas, die sich um sehbehinderte Kinder und Jugendliche kümmert. Ein einzigartiges Projekt, das von einer Österreicherin ins Leben gerufen wurde. Das Traurige daran, sie musste mit hohem bürokratischen Aufwand um die Fertigstellung kämpfen. Mit zwei Nebenjobs und vielen Spenden schafft sie es, die Einrichtung am Leben zu erhalten. Wie sie sagt, ist sie auf Unterstützung aus Österreich angewiesen, weil eine staatliche Förderung nicht vorhanden ist. Mehr Infos gibt’s hier.

Das Steak gab mir so viel Kraft, dass ich Bäume ausreißen hätte können. 
Über eine mögliche Weiterfahrt in der Nacht

Damit wir die Weltrekordzeit weiter nicht gefährden, fuhren wir noch abends ein Stück weiter. Das Steak gab mir so viel Kraft, dass ich Bäume ausreißen hätte können. Dafür waren Inge und Chris hinüber. Nach 316 Kilometern heute sagten sie: „Es reicht, wir bleiben hier am Campingplatz kurz vor Monze stehen.“ Es war eine gute Entscheidung, denn wir dürfen jetzt nichts mehr riskieren. Um die 300 Kilometer pro Tag, dann klappt es hoffentlich mit dem Weltrekord. Aber ich höre schon wieder auf mit der Rechnerei.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael! 

Tag 26 – Ein Abend unter Freunden

Wie sieht mein Tagesprogramm aus? Aufstehen, Frühstücken, Radfahren, Mittagessen, Radfahren, Abendessen und Schlafen. Habe ich was vergessen? Ja, der Donnerstagabend war ein bisschen anders. Das war schon dringend notwendig, denn jeden Tag denselben Ablauf vor sich zu haben, kann trotz meiner Passion „Radfahren“ auf Dauer auch nichts.

Auf meiner 335-Kilometer-Etappe trafen wir einen Deutschen, der uns fragte: „Hey, wo übernachtet ihr heute?“ Da wir sowieso noch nicht wussten, welche Unterkunft wir heute wählen sollten, nahmen wir sein Angebot dankend an. Eine gute Entscheidung.

Die Krönung des Abends war ein Round Table mit Pizza und für Inge ein Feierabendbier.
Über den Abend im Gästehaus Kabwe

Michael Strasser Rad

Im Reifenwechseln sind wir mittlerweile schneller als in der Formel 1.

 In seinem Gästehaus in Kabwe angekommen, war ein bisschen feiern angesagt. Feiern? Ja, feiern mit Einheimischen, Niederländern und Deutschen. Gastfreundschaft wird in Sambia großgeschrieben. Die Krönung des Abends war ein Round Table mit Pizza und für Inge ein Feierabendbier. Ein paar Babykatzen und ein Hund ließen sich unser interkulturelles Zusammentreffen nicht entgehen. Endlich konnten wir das Leben in Afrika genießen.

Untertags plagte ich mich wieder mit den schlechten Straßenverhältnissen. Am frühen Nachmittag war ein Umsteigen auf mein Zeitfahrrad wieder möglich. Von da an fetzte ich durch die Wälder Sambias.

Mit der erneuten Zeitumstellung stehen wir jetzt eine Stunde früher, um 5 Uhr, auf. Es wird ja auch früher hell, warum also länger schlafen? Dadurch kann ich länger auf dem Rad sitzen und gewinne wieder wertvolle Zeit für den Weltrekord.

Gestern noch die Polizei gelobt, waren sie mit uns heute nicht so gnädig. Nicht vorhandene Reflektoren am Auto sorgten für eine größere Diskussion mit der Exekutive. Doch unser Chris versuchte mit seinem fehlerfreien Englisch die Strafe von 20 € abzuwenden. Mit Erfolg. Die Besprechung endete mit einer Wasserflasche als „Bestechung“ für den Polizisten.

Vögel in Afrika

Große Fans am Strandrand: zwitschernde Vögel

Morgen Donnerstag gibt’s ein weiteres kleines Highlight für uns. Wir fahren einerseits durch die Hauptstadt Sambias, durch Lusaka, andererseits besuchen wir eine Bekanntschaft, die in Mazabuka eine Blindenschule aufgebaut hat. Wir sind richtig aufgeregt, denn es werden Rumpsteaks für uns gebraten. Außerdem werden wir mit Müsli und Schoko für das letzte Drittel versorgt.

Mehr erfährt ihr morgen darüber.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Tag 25 – 36 Eier & 48 Liter Wasser

15.000 Kalorien zu verbrauchen ist die eine Sache, aber den hohen Energiehaushalt wieder mit Nahrungszufuhr aufzufüllen, eine ganz andere. Es kann mitunter richtig schwierig werden. Deshalb sind wir immer auf der Suche nach Lebensmitteln in großer Menge. Heute war wieder Hamsterkauf angesagt. 36 Stück Eier und 48 Liter Wasser landeten in unserem Einkaufskorb. Da meine Crew und vor allem ich echt viel essen, sind diese großen Mengen gleich wieder verdaut. Und wenn man nicht zuschlägt, weiß man nicht, ob man ähnliche Lebensmittel so bald wieder findet.

Für ein paar Vitamine holen wir uns von den Einheimischen frisches Obst und Gemüse. Freude bei den „Locals“ kommt auf, wenn wir ein paar Brocken ihrer Landessprache beherrschen. Hallo und danke haben wir bis jetzt immer geschafft zu sagen.

Mittlerweile trage ich zwei Radfahrhosen, doch die offenen Stellen werden nicht weniger.
Über die Schmerzen am Gesäß

Unsere Waschmöglichkeiten lassen zu wünschen übrig. Ich bin ja froh, keine Tussi mitzuhaben, denn die würde es bei Chris und mir nicht lange aushalten. Wir haben seit ein paar Tagen kein fließendes Wasser, unsere Dusche sieht so aus, indem einer von uns, den Wasserkanister über eine Person schüttet. Wasser sparen inklusive. Nicht gerade angenehm …  

Michael Strasser - Inge beim Duschen

Danke Inge, dass du mit so einer Dusche zufrieden bist.

Die Polizei ist auch wieder auf unserer Seite. Nach einem kurzen Small-Talk mit ihnen über unser verrücktes Projekt „Cairo2Cape“ kommt ihnen ein Lächeln über die Lippen. Ich bin froh, dass es bis jetzt noch keine gröberen Zwischenfälle gegeben hat. Die hat es dafür schon auf den Straßen gegeben. Die schlechten Bodenbedingungen machen mich wahnsinnig. Die Unterarme schmerzen und sind rot eingefärbt. Nicht viel besser geht’s meinem Gesäß. Autsch, das tut schon höllisch weh, jeden Tag auf dem harten Sattel zu sitzen. Mittlerweile trage ich zwei Radfahrhosen, doch die offenen Stellen werden nicht weniger.

Über die zurückgelegte Distanz bin ich heute echt stolz: 333 Kilometer. Bitte, bitte, es soll so weitergehen. Ich beiße für euch und für mich durch. Denn ich möchte euch was zurückgeben, wenn ihr Streckenabschnitte kauft, mich auf Facebook unterstützt oder mir einfach die Daumen drückt und mitfiebert.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Michael Strasser - Cairo2Cape

Unser „Hotel“ heute Nacht. Es könnte schlimmer sein.

Tag 24 – Gefährlicher Sekundenschlaf

Noch 12-13 Tage darf mein Projekt „Cairo2Cape“ dauern, wenn ich in Weltrekordzeit am Kap der guten Hoffnung ankommen will. Die Weltrekordhalter mit den fünf Radfahrern schafften durchschnittlich 266 Kilometer pro Tag. Klingt überschaubar, aber im letzten Drittel legten sie einen Zahn zu. Immer mehr Angst kommt auf, ob wir das hohe Tempo und die lange Fahrten wirklich durchhalten können. Will ich den Weltrekord nach Österreich holen, müsste ich ab sofort mehr als 300 Kilometer täglich zurücklegen. 

Viel Rechnerei, die mich nicht gerade psychisch aufbaut. Jeden Tag aufs Neue braucht es in der Früh extrem viel Überwindung, um auf mein Bike zu steigen. Ich hoffe nicht, dass mein Körper eines Tages sagt: „Wirf deine Sachen hin und gib auf!“ Ihr könnt nicht glauben, wie schmerzhaft mein Gesäß mittlerweile ist. Ihr möchtet nicht mit mir tauschen, die vorhandenen Strapazen zeigen meinem Körper wahrlich die Grenzen der Belastbarkeit auf.

Ich hoffe nicht, dass mein Körper eines Tages sagt: „Wirf deine Sachen hin und gib auf!“
Michael Strasser in Sambia

Sambia hat es uns angetan: ein fruchtbares, naturbelassenes Land.

Es darf jetzt nichts mehr passieren. Gerade in Sambia, Botswana und Südafrika gibt es viele Naturreservate mit Wildtieren und ich möchte mit Elefanten, Nashörnern, Zebras & Co. keine unliebsame Bekanntschaft machen. Erhöhte Vorsicht ist für mein Betreuerauto und für mich angesagt.

Die Straßen werden auch nicht besser. Viele Schlaglöcher machen ein schnelles Fahren ohne viel Denken unmöglich. Meine Handgelenke machen nicht mehr lange mit. Die ständigen Schläge belasten meine Muskeln. Der zu geringe Schlaf trägt ebenfalls zur Antriebslosigkeit bei. 

Michael Strasser - Schuhe

Die Schuhe und das Rad sind startklar, nach ein bisschen Aufwärmen bin ich es auch. 

Kennt ihr das, wenn ihr stundenlang mit dem Auto fährt und schon hundemüde seid? Und irgendwann in einer ruhigen Minute passiert dann der Sekundenschlaf, leider oft mit schrecklichem Ausgang.

Auch ich bin davon nicht verschont geblieben und hatte schon ein gefährliches Erlebnis. Montagnacht bin ich nach 13 Stunden Fahrt während des Tretens immer wieder eingenickt und wurde fast von einem LKW überfahren. Puh, das war knapp! 

Ich beendete dann die Etappe nach 333 Kilometern und wir übernachteten in Mpika, Sambia. Am 24. Tag wäre wieder der Regenschirm notwendig gewesen. Innerhalb weniger Minuten war eine Gewitterwolke neben uns. Die dunklen Wolken ähnelten einem Antilopenkopf. Dafür ist es sonst ruhig - mit blauem Himmel tagsüber und nachts mit Vollmond und funkelndem Sternenmeer.

Michael Strasser nachts in Sambia

Der Himmel weint. Kein Grund, nicht weiterzufahren.

Für meinen Kameramann Chris gibt es auch viel Arbeit, da er täglich mehrere Sequenzen filmt. Jedoch wiederholen sich seine Filmaufnahmen. Einen Kasperl für die Kamera zu machen, würde einfach zu viel Kraft kosten.

Aufgrund der kleinen Meinungsverschiedenheiten zwischen Inge und mir hat er zumindest ein bisschen was Spannenderes zu filmen. Wir schenken uns nichts. Apropos Schenken: Dank meinen Racing4Charity-Sponsoren gibt es echt coole Preise für euch, wenn ihr einen von meinen 100 Streckenabschnitten für den guten Zweck kauft. Gutscheine von Salzburger-Tophotels oder diverse andere wertvolle Goodies, die wir im Anschluss an das Projekt verlosen, sind ein gutes Argument dafür. Mehr Infos gibt’s hier.


Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

Tag 23 – Strafzettel für den Weltrekord

Wenn ihr denkt, am Sonntag gehen wir es gemütlicher an, habt ihr euch getäuscht. Jeder Tag, jede Stunde wird vollends ausgenützt, damit wir weiterhin unter der Weltrekordzeit bleiben können. Es wartete ein äußerst intensiver Tag auf uns. 3.300 Höhenmeter mussten bewältigt werden, mit 378 gefahrenen Kilometern wurde das Tagesziel erreicht. Ein echt guter Tag, wenn ihr bedenkt, dass Tansania keineswegs flach ist. Viele grüne Hügel und Berglandschaften, die hohe Kraftanstrengung für die Bewältigung der Strecke benötigen. Außerdem macht der immer wiederkehrende Regen auf Dauer auch keine Freude.

Heute war erstmals Zahltag bei der Polizei: In der 30er-Zone war ich mit dem Rad (!) ein bisschen schneller unterwegs. 43 km/h hatte die Exekutive am Radarmessgerät. Macht nichts. Die 13 km/h Übertritt sind vielleicht die entscheidenden Sekunden für den Weltrekord.

Michael Strasser auf dem Rad

Schneller als die Polizei erlaubt.

Die 13 km/h Übertritt sind vielleicht die entscheidenden Sekunden für den Weltrekord.
Über die Geschwindigkeitsübertretung

Mittlerweile ist der Gedanke tägliche mehrere Male in meinem Kopf: Wie wird das sein, wenn ich den Weltrekord nach Österreich hole? Kann ich solange noch durchhalten? Wie wird sich die letzte Etappe zum Kap der guten Hoffnung anfühlen? Fragen über Fragen, deren Antworten ich täglich ein Stück näher komme.

Der Gedanke, in Südafrika unter 38 Tagen anzukommen, lässt uns drei täglich neue Kraft für unsere Aufgaben schöpfen. Kraft gab mir auch ein frisches Sauerteigbrot mit Guacamole. Ihr werdet es mir nicht glauben, aber aus dem kargen Essen gewinnt man einiges Positives ab. Man freut sich umso mehr, wenn es abends dann doch einmal etwas Deftigeres gibt.

Von Sonntag auf Montag übernachteten wir kurz vor Mbeya. Die Stadt liegt kurz vor der Grenze. Wir haben also vor, dass wir montags um die Mittagszeit die Grenze nach Sambia, unserem sechsten Land, erreichen. Hoffentlich verlieren wir keine Zeit, drückt uns weiterhin die Daumen. Ihr habt euch ein großes „Like“ verdient.
 

Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael! 

Tag 22 – Störche aus dem Seewinkel

Leute, Tansania ist echt eine Reise wert. Viel Zeit haben wir ja nicht zum Staunen, aber entlang der Strecke gibt es schon genügend Eindrücke, die in meinem Kopf abgespeichert sind. Am Samstag hatten wir wieder einige Berge vor uns, 3.000 Höhenmeter wurden bewältigt. Da dann nach 328 Kilometer Tagesleistung nichts mehr ging, übernachteten wir im Nirgendwo in den tansanischen Höhen. Wir hatten zumindest viel Ruhe, weil dort oben so gut wie keiner lebt.

Den Vorsprung konnten wir auf 2,5 Tage ausbauen. Immerhin, aber an ein Ausruhen ist nicht zu denken. Es warten sehr lange Tage auf uns, wenig Schlaf und ein paar Bergetappen.

Man sieht wenig bis gar nichts, man fährt ins Ungewisse mit hoher Geschwindigkeit.
Über das Fahren bei Nacht

Keine Freude habe ich mit dem Fahren bei Nacht. Man sieht wenig bis gar nichts, man fährt ins Ungewisse mit hoher Geschwindigkeit. Zu dieser Tageszeit ist es wichtig, dass mein Betreuerauto dicht hinter mir fährt, damit ich Schutz vor vorbeirasenden Autos habe. 

Anderes Thema. Die Polizei von Tansania und wir werden keine Freunde mehr. Ständige Kontrollen und immer die Aufforderung: „Was habt ihr für uns?“ Da hilft dann nur der letzte Ausweg mit „nichts verstehen“, also vorzugeben, sowohl ihre Sprache als auch Englisch nicht zu können.

Auch in Dodoma, der unglaublich kleinen Hauptstadt für ein so großes Land (nur 200.000 Einwohner leben in der Stadt im Landesinneren von Tansania), war ein schnelles Durchkommen aufgrund der Polizisten nicht möglich.

Michael Strasser in den Bergen

Viele Anstiege und Höhenmeter in Tansania rauben mir die letzten Kraftreserven.

Wir hatten auch wieder eine Bekanntschaft mit Österreich. Ich fahre ja sehr gerne im Seewinkel mit dem Rad. Flaches Gelände, gute Radwege und eine intakte Natur. Dass aber meine Wegbegleiter aus dem Seewinkel, die Störche, mir nach Tansania gefolgt sind, war für mich wie eine Fata Morgana. Über mir kreiste ein halbes Dutzend Störche, da fühlte ich mich richtig heimisch. Keine Sorge, ich komme wieder zurück, da könnt ihr dann gerne wieder im Seewinkel über mir kreisen.


Gemeinsam schaffen wir das, euer Michael!

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02 2016 Redbulletin.com

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